Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3303996
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3304826
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Frankreichs. 
Kunst 
ariftokratifche 
Die 
des Zeitalters. Jhr wird von den Malern in zahlreichen 
Allegorien gehuldigt. Weiter mußte das Format der Bilder 
sich ändern. Liebte das 17. Jahrhundert das Kolossale, 
so bevorzugt das 18. das Niedliche. Monumentale Aufgaben 
im großen, geschichtlichen Stil werden nicht mehr gestellt 
oder zunächst nur von Künstlern erledigt, die aus der Zeit 
Ludwigs XIV. herüberleben. Die Jüngeren, allen großen 
Maschinen feind, haben in Fächern, Pianinodekorationen 
und Paravents ihre zartesten Werke geschaffen. Selbst 
im Tafelbild tritt eine Verringerung des Maßstabes ein. 
Das Lebensgroße wird als plump empfunden. Nur das 
Feine, Kleine ist zulässig. Auch. wird den Bildern, da man 
das Unsy1nmetrisch.e liebt, gern ein apartes unregelmäßiges 
Format gegeben. 
Mit der religiösen Malerei ist es zu Ende. All die 
frommen Märtyrer und verziickten Madonnen, die im 
17. Jahrhundert gemalt wurden, konnten dieser Zeit nichts 
1nehr sagen. Venedig, das alte starre Venedig ist die 
einzige Stadt, wo noch bedeutende religiöse Bilder ents 
stehen. Sonst kommen nur Dekorationen vor, die dem 
freigeistigen Zuge des Zeitalters gemäß an die Nathansche 
Geschichte vom Ringe anknüpfen, also das Thema von der 
gleichen Wertung aller Religionen behandeln. Und ein 
Bild aus der Bibel ist besonders beliebt: wie Sara ihrem 
Gatten Abraham die schöne Ha.gar zuführt. Der ganze 
Geist des Rokoko liegt in solch. einem Werk.  
Nachdem man dazu gekommen, sich das Leben anges 
nehm zu machen, wünscht man nur Bilder zu sehen, die 
auch dieses Evangelium frohen Sinnengenusses künden. 
Nachdem man vom Zwang der Etikette sich befreit, vers 
langt man von der Malerei, daß sie lebendig und geist7
        

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