Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3303996
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3305428
hinter ihren St1rnen schon an die s45rooie1ne roaize11, me 
das neue Weltalter gebar. I 
Oder Parlamentarier, reiche Kaufleute, wettergeprüfte 
Seebären, Geistliche, Militärs, sind dargestellt: auch sie 
in nichts den blassen gepuderten Aristokraten des Ancien 
R6gime ähnlich, sondern ein Geschlecht Von derbere1n 
Knochenbau 11nd weniger feinen Zügen: manche Gesichter 
roh und ausgedunsen, die Nase plump, der Blick von kalter 
Entschlossenheit, die breitbeinige Haltung voll selbstbei 
wußter Würde und vierschrötigem plebejische1n Stolz. 
Da steht ein General, grobklobig, seist, breitschulterig, mit 
gerötete1n Fleischergesicht, der brutale Kraftmensch.. Dort 
ein Prediger, kurz und stämmig, 1nit blühender Gesichtss 
farbe und energische1n Blick. Nirgends giebt es lächelnde 
Anmut, feingezeich2nete Nasenfliigel, weiße Hände und 
zierliche Eleganz. Tauchen neben den Bürgerlichen zu: 
weilen knorrige Landbarone auf, so hat auch ihnen das 
Plebejertum schon etwas von seiner derben, vollbliitigen 
Lebenskraft abgegeben. Selbst die Gewandung  das 
einfache, dunkle Tuch, das an die Stelle von Sammet 
und Seide getreten  verkündet den Anbruch einer neuen 
Zeit.  
Auch die Frauen, trog aller Elesganz haben nichts mit 
der Französin des 1.8. Jahrhunderts sgemein. Die frank 
zösische Aristokratin lebte im Salon. In der Toilette, die 
sie beim Ball oder im Theater trug, umflossen von Kerzen: 
glanz ließ sie sich malen. Mrs. Siddons, aufde1n Porträt von 
Gainsborough, ist in Straßentoilette dargestellt: einen 
großen Hut aus dem Kopf, den Muff in der Hand, keinen 
Perlensch1nuck, sondern ein einfaches Seidenband um den
        

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