Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3302156
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3303143
iUIsUlJUU. 
VI 
grenzt war. Velasquez war der Maler des Hofes, Zur; 
baran der Maler der Mönche. Die Welt des einen 
war der Alcazar, die des andern das Kloster. Murillo 
arbeitete für die gebildeten Kreise der Großstadt. Gei 
malte Wohlthätigkeitskonzerte könnte man die Bilder 
des Fgospitals von Sevilla nennen, in denen er den 
Begüterten die Miihseligen nnd Beladenen aus Herz 
legt. Wie ein Vorgang aus der gutbürgerlirhen Gesell: 
schaft wird die Rückkehr des verlorenen Sohnes ges 
geben. Diese Rücksicht auf den Geschmack der Vouri 
geoisie, die keine Dinge zu sehen wünscht, die andere 
als angenehme Empfindungen hervorrufen, hat ihn nie 
verlassen. Könnte man Znrbaran und Ribera in ihrer 
rauhen Wahrheit mit Flaubert und Zola vergleichen, 
so berührt Mnrillo in seiner Wohlerzogenheit sich mit 
Ohnet oder der Marlitt. Wohl schleppen a11f einein 
seiner Fgospitalbilder Kranke auf Krücken sieh heran. 
Einem Knaben werden die Kopfgeschwiire gewaschen. 
Ein Mann hat sein Knie entblößt und zeigt den Knochen: 
fraß seines Schienbeins. Doch dieses Düstere ist nur 
da, damit die Schönheit und Güte der zarten Saum; 
riterinnen desto heller strahlt. Den schönsten Mädchen 
Sevillas, jenen braunen schwarzäugigen Kindern, die 
Meri1n6e in Carmen beschreibt, weist er die Rolle der 
Madonna z11. .Selbst seine Betteljnngen ähneln nicht 
dem rauhen schmukzigen Gesindel Riberas. Er beschneii 
det nnd glättet ihnen die Nägel, 1nacht sie so salons 
fähig, daß auch der gern die gemalten betrachtet, der 
die Berührung der lebendigen meidet. So erklärt sieh, 
das; die Bilder schon zu einer Zeit als Meisterwerke 
galten, als sonst solche Stoffe noch ästhetisch verpönt
        

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