Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3302156
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3302895
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und düster ist er später. Es scheint nicht, das; er Co: 
ravaggio persönlich. kennen gelernt. Gewiß aber ver: 
ehrte er in ihm seinen Meister. Und als er berufen 
war, in dem spanischen Vicekönigreich Neapel die Schule 
Caravaggios fortzusetzen, befand er sich auf seinem 
wahren Boden. 
Ribera war ein energischer, kühner Geist. Allen 
Gefahren, dem Elend, dem H11nger hatte er in seiner 
Jugend getrotzt, hatte ohne zu erröten in Rom Bei 
dientenlivree getragen, um nicht auf der Straße zu 
betteln. Diese Willenskraft, diese unbeugfa1ne Energie 
spricht auch aus seinen Werken. Von allen Meistern 
des 17. Jahrhunderts ist er der gewaltigste Naturalist, 
ein Maii;respeintre, der wegen der Wucht und Kraft 
seiner Werke noch auf viele des 19. Jahrhunderts, bei 
sonders Bonnat und Ribot, tiesgehenden Einfluß übte. 
Hatte das Cinquecento die Darstellung des Alters vers 
mieden, so fühlt sich Ribera am wohlsten, wenn er 
alte, von den Unbilden des Lebens durchfurchte Ge: 
sichter, greises Haar, geschwollene Adern und Sehnen 
zu malen hat. Ein schwarzer Hintergrnnd, in den die 
dunklen Gewandstücke seiner Figuren unmerklich übers 
gehen, ein Stück runzliche alte Haut und faltige alte 
Hände, die irgendwo auftauchen, man weiß nicht wo: 
her  das ist der gewöhnliche Jnhalt seiner Bilder. 
Aber nicht nur die ausgearbeiteten zerklüfteten Formen 
des Alters, auch das Verkrüppelte, das die Kunst des 
16. Jahrhunderts nie malte, hat er geliebt und in 
seinem klumpfüßigen Bettler des Louvre ein Wunders 
Werk unerschrockenen Realismus geschaffen. 
Solche Gestalten bevölkern auch seine größeren Werke.
        

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