Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3302156
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3303872
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Holland. 
des Konkurses beauftragt waren, des Hauswartes der 
Schuldenkam1ner, Haaring, und seines Sohnes, des Auki 
tionators, zu radieren. Aber ins gleiche Jahr gehört 
auch die Radierung der Ausstellung Christi. Als an 
den Straßenecken die gerichtlichen Affichen hingen, daß 
die Sammlungen des Malers van Ry11 zur Versteiges 
rang kämen, als Schneider und Handsihuhmacher in 
dem stillen Hause der Breeftraat erschienen, um die 
Ausstellung seiner Kunstsammlungen zu besichtigen, wird 
in Rembrandt das Bild des an den Pranger gestellten 
Christus lebendig, an den höhnend eine plebejische 
Menge sich herandrängt. Zur selben Zeit radiert er, 
wie Stephanus, der Proto1nartyr, gesteinigt wird: er 
selbst der erste von all den Großen, die das Bürgers 
tum seitdem steinigte. Rembrandt, der eine neue Rei 
ligion hatte bringen wollen, ward, während er im 
Reich seiner Gedanken weilte, von seinem Volke vers 
leugnet. So malt er die Verleugnung des Petrus, malt 
Moses, der in wildem Zorn die Gesetz.estafeln zers 
trümmert. 
Ein reicher Schuhmachertneister kaufte fein Haus. 
Er selbst führte ein Nomadenleben, dann begann Heu; 
drickje mit Titus einen Kunsthandel, um durch den Vers 
kauf der Radierungeu den Lebensunterhalt der Familie 
zu bestreiten. Auf der Rosengracht, am Ausgang des 
Judenviertels, wo Rembrandt früher so viel in den 
Antiquitätenhandlnngen gen1eilt, lag die kleine Wohs 
nung, die sie bezogen und wo er die legten Werke 
schuf. Denn obwohl er seiner Habe beraubt ist, obs 
wohl er in einem ärmlichen, kahlen Dachzimmer sitzt 
und seine Mahlzeit aus Pökelhering, Käse und Brot
        

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