Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3302156
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3303740
war so seltsam, das; er, der Müllerssohn aus Leyden, 
diese vornehme Patriziertochter fast gegen den Willen 
ihrer Verwandten gewann. Darum malt er sich als 
Fürsten der Unterwelt, der die Proserpina entführt. Es 
war so seltsam, daß dieses zarte Püppchen ihn, den 
plumpen, vierschrötigen Riesen liebte. Darum taucht die 
Gestalt Simsons in seinem Geiste auf. Als der Borg 
1nund Saskias gegen das Verlöbnis ist, erinnert sich 
Rembrandt der Scene der Bibel, wie Simson zu seinem 
Weibe gehen will und das Haus verschlossen findet. 
,,Jch glaubte, du wärest ihr gram geworden, und habe 
sie einem anderen gegeben,U ruft der Alte herunter. 
Rembrandt, als Simson, droht mit geballter Faust. 
Als endlich iu1 Juni 1634 die Hochzeit gefeiert ist, 
entsteht das Bild ,,Simsons Hochzeitll: Saskia, fein 
1md still wie eine Prinzessin im Kreise ihrer Vers 
wandten sitzend; er selbst ein derber Prolet, der durch 
seine tollen Spässe die vornehme Gesellschaft mehr ers 
schreckt als erheitert.  
Nachdem er so lange dein Geschmack des Publikums 
gefolgt, macht es jeyt ihmJSpaß, den Bourgeois zu 
brüskieren. Der ganzen Welt gegenüber fühlt er sich 
als Simson, der den Tempel der Philister zertrümmert. 
In Saus und Bra11s verlaufen die ersten Jahre seiner 
Ehe. Umgehen von berechnenden Geschäftsleuten, die sich 
so fest an den Geldkasten klammeru, posiert er den 
Künstler, der mit vollen Händen das Geld hinauswirst. 
Umgehen von korrekten Spießbürgern, kehrt er den 
forschen Landsknecht heraus, der durch seine Kavaliers; 
1nanieren erschreckt. Orientalische Waffen, alte Stoffe, 
blitzende Geschmeide kaust er zusammen. Sein Haus 
Muthes; Geschichte der Malerei. IV. S
        

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