Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3300470
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3301542
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mit den intelligenten sympathischen Zügen, mit dem nackten 
Hals und den langen Künstlerlocken, mit dem reinen sanften 
mädchenhaften Auge, das an Peruginos Madonnen gemahnt. 
 er entspricht dem Bild, das Vasari von Rafaels Persön: 
lichkeit zeichnet. ,,Jede üble Laune verschwand, wenn seine 
Genossen ihn sahen, jeder niedrige Gedanke war aus ihrer 
Seele verscheucht, und dies kam daher, daß sie durch seine 
Freundlichkeit, durch seine schöne Natur sich überwunden 
fühlten.H Wie er nie Trauriges erlebte, ist seine Kunst von 
sonniger Heiterkeit. Wie sein Leben ohne Stürme, ohne ers 
schütternde Katastrophen verlief, hat er nie ein erschütterndes, 
seelisch ergreifendes Bild gemalt. Selbst wenn es um Schreck: 
liches, um gewaltsame Aktion, um bliyartige Dramatik sich 
handelt, bleibt er mild und sanft, gefällig und freundlich. 
Wie sein Porträt mehr typisch als individuelI wirkt, ist 
in seinen Bildern alles sJndividnelle getilgt und zum Typischen 
verallgemeinert. Wie er niemals, weder mit seinen Austrag: 
gebern noch mit seinen Gehilfen, Konflikte hatte, sondern 
liebenswürdig schmiegsam Befehle ausführte und erteilte, 
giebt es in seiner Kunst keine Dissonanzen. Alles, was in 
der Natur hart und kantig ist, wird gemildert, weich abge: 
rundet. Nicht nur die Einzelform. Auch die Komposition 
bewegt sich in geschmeidigen Wellenlinien. Wie sein eigenes 
Leben Harmonie war, fügt in seinen Bildern die bunte Viel: 
heit des Lebens Ach zu sanften Harmonien zusammen, Hin 
denen keine Bewegung, keine Gewandsalte den wohlgesäIligen 
Einklang stört. 
Aber auch die andere Seite seines Wesens kommt in 
dem Selbstporträt zum Ausdruck. Ein Grübler, der sich mit 
Problemen quälte, war dieser schöne Kavalier nicht. Er kannte 
nicht die bangen Stunden des Zweifels, die der Genius hat.
        

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