Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3298610
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3299823
Der Anschluß 
Italien. 
All 
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ruhiger Sachlichkeit das Leben malt. Alle Figuren sind schlichte 
Porträts. Besonders berühmt ist die Gruppe, die den Meister 
selbst mit Ambrosius und Hans, seinen Söhnen, darstellt. 
Je älter er wird, desto reiner wird sein Geschmack. Eine 
einfache Schönheit hält ihren jubelnden Einzug. Mit einem 
klassischen Werk, dem Münchener Sebastiausaltar, beschließt 
er sein Schaffen. Und das Renaissanceornament, auch die 
mildleuchtende goldtönige Farbe verrät, was diese letzte Wand: 
lang seines Stils bewirkte: Jtalien. 
Erst durch die Bekanntschaft mit Jtalien erhielt das 
Suchen der nordischen Künstler ein festes Ziel. Erst durch 
die Berührung mit dem Süden wurden sie inne, daß Kunst 
mehr als handfeste Naturkopie bedeute. Hatten im 15. Jahr: 
hundert die Niederländer, selbst die Deutschen befruchtend auf 
Jtalien gewirkt, so zahlt dieses jetzt mit Zinsen zurück, was 
es Johannes de Alemannia, Roger und Goes sverdanite. Nach 
dem Süden pilgern die jungen Maler, um dort ihren Ges 
schmack zu verfeinern. Hier erwerben sie die theoretischen 
Kenntnisse, die den Aelteren fehlten. Hier werden Ae sich 
ihres Künstlertums bewußt. 
Wohl verzichten sie.nicht auf die Dinge, an denen zu 
Eycks Tagen die nordische Kunst sich freute. Nachdem die 
Graphiker des 15. Jahrhunderts, Schongauer und der Meister 
E. S. begonnen hatten, Scenen aus dem Alltagsleben dar: 
zustellen, werden jeyt solche Stoffe zum Gegenstand von 
Bildern gemacht. Nachdem von Eyck jede Blüte, jedes Blätt: 
then gemalt, dann Goes und Memling mit ihren Landschaften 
gekommen, beginnt nun die Landschaftsmalerei sich als selb: 
ständiger Kunstzweig abzusondern. Dazu erobert sich die Kunst 
noch ein drittes Gebiet. Solange der Geist des Realismus 
herrschte, malte man nur, was man sah. Alles über die
        

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