Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3298610
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3300108
s.spisps. 
In dem Wiener Dreifaltigkeitsbild von 1511 ist der 
volle Gegensatz zum Wohlgemuthstil erreicht. Wo man bei 
Wohlgemuth die knittrigen Falten der Holzplastik sieht, giebt 
Dürer einfach große, fch1vungvoll geordnete Gewandung. Er 
selbst sogar trägt auf dem Bildnis, das er im Hintergrund 
anbringt, nicht mehr das Zeitkostüm, sondern einen langen, 
einfachen Mantel. Wo bei Wohlgemuth ein wirres Saminels 
surium ist, herrscht bei Dürer feierliche Eurhythmie der Linien. 
Während die älteren Deutschen solchen Bildern die Form, des 
Flügelaltars gaben, hat Dürer im Sinne der Quattrocentisten 
das ganze in einem einzigen oben rund zulaufenden Rahmen 
vereinigt. 
Mehrere andere Werke, die in den näöhsten Jahren ent: 
standen  Madonnen oder Akte wie die Münchener Lucrezia 
 enthalten nichts Neues. Jnteressant ist nur, wie noch 
jetzt die Erinnerung an die Mosaiken der Markuskirche in 
ihm fortlebt. Nicht nur in dem Münchener Selbstbildnis, 
in dem Karls des Großen und dem wuchtigen Holzschnitt 
mit dem Dulderhaupt Jesu, auchsin mehreren Madonnen hat 
er auf das byzantinifche Herkommen der Frontalstel1ung zurücks 
gegriffen, um eine feierlich monumentale Wirkung zu erzielen. 
Am Schlusse seines Lebens erst konnte er in einem 
großen Werk das Resultat all seiner Bestrebungen zusammen: 
fassen. Die niederländische Reise 1520J21 gab ihm eine 
neue Anregung zu großartiger Vereinfachung seiner Kunst. 
Er sah die Bilder des Quentin Massys mit ihren wuchtigen 
lebensgroßen Gestalten, sah das Genter Altarwerk. ,,Das 
ist eine überköstliche verständige Malerei, und insbesondere 
Maria und Gottvater sind sehr gut.tt Diese Stelle seines 
Tagebuches deutet an, welchen Weg er seitdem verfolgte. Wie 
zur gleichen Zeit die jungen Künstler Italiens nicht mehr
        

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