Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3296850
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3298013
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Antike. 
Natur nnd 
lismus auch außerhalb der Arnostadt Wurzel. Denn die 
Thätigkeit der florentinischen Meister hatte nicht auf Florenz 
sich beschränkt, sondern über ganz Toskana verbreitet. 
Prato, die kokette kleine Stadt in der Ebene des Arno, Ems 
poli, Pistoja riefen f1orentinifche Künstler herbei. In Pisa, 
der altehrwürdigen Wiege der mittelalterlichen Malerei, ents 
standen durch Gozzolis Hand jene neuen Werke. In Sau 
Gimignano, der malerifkhen kleinen Bergstadt Arezzo, in 
Borgo Sau Sepolcro und Cortona  überall sind Floren: 
tiner beschäftigt. 
Dadurch wurde auch in diese entlegenen Landstriche die 
realistische Kunst getragen. Auch dort wollen die Maler 
nicht wie Gentile mehr den verklungenen Weisen vergangener 
Jahrhunderte lauschen. Auch sie vergessen die alten kirchs 
lichen Ideale und ringen in ernster Forscherarbeit mit ihren 
florentinischen Genossen. Auf die Träumer, die so Welt: 
versunken dahinlebten, folgen ruhige, klare Beobachter. Ja, 
der Künstler, mit dem Umbrien in die realistische Bewegung 
eingreift, Piero della Francesca ist überhaupt der grüßte all 
jener suchenden Geister, die durch ihre wissenschaftlichen Ex: 
perimente die Grammatik der modernen Malerei schufen, hat 
sich Probleme gestellt, die auf lange hinaus, bis in unsere 
Tage die Welt beschäftigten.  
Kaum zwanzig Jahre sind vergangen, seit die Freilichts 
malerei in das Kunstschaffen der Gegenwart eingriff. Man 
wollte die Dinge darstellen in ihrer atmosphärischen Hülle, 
umflossen von Licht und Luft, wollte nicht mehr die Lokals 
farben malen, sondern die bewegende Kraft des Lichtes, unter 
der jedes Ding jeden Augenblick seine Farbe wechselt. Die 
Thätigkeit Piero della Francescas bestätigt das alte Wort 
Bett Akibas. Schon vor 400 Jahren hat er das Problem
        

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