Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3296850
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3297375
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Das 
Mittelalter. 
kostbaren Büchern, mußzieren, pflücken Blumen, nnterweisen 
das Ehristkind im Zitherspiel. Auch Ritter, schlank wie 
Mädchen, gesellen sich hinzu, um mit den Fräulein iittige 
Unterhaltung zu pflegen. Ringsum sproßt und grünt es, 
duftet und blüht es. In Werken der Art fand das Mittels 
alter der deutsrhen,Kunst sein Ende. Es ist der letzte Klang 
aus jener Welt der reinen Harmonien, die Franziskus und 
Sufo erschlossen hatten. , 
Die 
Begründung 
des 
EPkf then 
Stils 
durch 
Giotto. 
Noch weit folgenreicher wurde nach einer anderen Seite 
das Auftreten des Franziskus. Er vertiefte nicht allein durch 
seine Predigten das Empfindungsleben und schuf so den 
Boden für jene lyrischsetnpfindsame Malerei, die in Köln 
und Siena blühte. Indem er an die Stelle des dogtnatifchen 
den persönlichen Christus setzte, wie seine irdische Lebensarbeit 
ihn als Menschen neben anderen Menschen zeigte, führte er 
auch die Christuslegende als neuen Stoff der Kunst zu. 
Ein Epos war gegeben, das auch vom Maler erzählt werden 
konnte. Und namentlich: das eigene Leben des Heiligen mit 
all feinen Entbehrungen und wunderbaren Geschehnissen reizte 
zur Darstellung. In epischer Breite, in großen monu1nen: 
talen Bildern sollte geschildert werden, was Franz erlebt 
und gethan.  
An Wandflächen fehlte es nicht, denn die Gotik in 
Italien war eine andere als im Norden. Das Princip war, 
weite Binnenräume mit wenig Stützen durch große Bogen 
zu überspannen. Und da diese ungegliederten Flächen von 
selbst zur Dekoration mit Wandgemälden aufforderten, trat 
die Freskomalerei als tonangebender Faktor in das italieniscJe 
Kunstskhaffen ein.
        

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