Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thorvaldsen's Leben nach den eigenhändigen Aufzeichnungen, nachgelassenen Papieren und dem Briefwechsel des Künstlers
Person:
Thiele, Just Mathias Helms, Henrik
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3293943
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3295133
auf Nk2fös 
Leben 
Thorvaldfens 
79 
rath von weichem Thon, und aus demselben hat ein kleiner Knabe 
einen Klumpen herausgenommen, aus welchem er eine Schaale formt. 
Als Thorvaldseu dieses Basrelief modelIirt hatte, iind demselben 
ein Pendant geben wollte, wählte er im Gegensasz zum häusliches; Les 
ben eine Sceue ans dem frischen Landlcbeu, welches zu den täglichen 
Genüssen gehörte, nämlich eine Badescene ani Meeresufer. 
Hier ist es das Somn1erleben des Familienvaters und der beiden 
älteren Söhne, welches der Künstler hat charakterisiren wollen. Der 
Vater ist ans dem kühlen Bade emporgestiegen, und damit beschäftigt, 
sich eben abzntrocknen. Der jüngere Sohn ist mit seinem Pferde im 
Wasser gewesen, um sich zu baden, nnd wendet Ich an den älteren 
Bruder, welcher mit seinem Hunde von der Jagd zurücktehrt und seine 
Beute zeigt. 
Das Familienlebeu auf Nhsö schenkte in der Regel unserm Künsis 
ler ruhige Arbeitsstunden, erfrischende Ausflüge und gesellschaftliche 
Zerstreuungen, d. h. wenn nicht Besuche nach und Einladungen zu 
den angrenzenden Herrenühen dann und wann die gewöhnlicheTagess 
ordnung iinterbrachen.  
Vom frühen Morgen an fühlte Thorvaldsen sich in der Regel zur 
Arbeit hingezogen, und wenn er recht in die Arbeit hineingekommen 
war, ließ er sich iiicht gern eher unterbrechen, als bis er gegen Mittag 
so ermüdet war, daß er, um am besten auszuruhen, eine Spayiers 
tour zu Wagen durch die herrlichen Waldparticn an der Meeresküste 
unternahm. 
Nach Tische pflegt er sich großväterlich in dem weichenLehnstuhle. 
Dort saß er mit halbgeschlossenen Augen nnd nickte, während seine 
Lieblingsmelodien vom Fortepiano töuten, und ihn iii Schlumi 
mer wiegten. Wenn er später erwachte, und nun im Zimmer ein wes 
nig aufs undsabgi1ig, in welchem der Dichter Anderseu zuweilen unters 
haltend den Mittelpunkt einer der Gruppen der Versammelten bildete, 
trat er manchmal auf diesen zu, klopfte ihn auf die Schulter und sagte 
mit jener liebenswürdigen Schelmerei, die ihm so ganz eigenthümlich 
war: ,,Kriegeu wir Kinder denn heute Abend nicht ein Mährchen2ss 
Und mit seiiiem seiiien Gefühl für den tiesenWerth dieser Erzählungen
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.