Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thorvaldsen's Leben nach den eigenhändigen Aufzeichnungen, nachgelassenen Papieren und dem Briefwechsel des Künstlers
Person:
Thiele, Just Mathias Helms, Henrik
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3293943
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3295116
Brief Henrik Steffens. an 
Thokvaldsen. 
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stellen, in welchem er als Großkreuz:Ritter vom Danebrog hätte er: 
scheinen n1iissen, dessennngeachtet erhielt er eine wiederholte Aussordes 
rnng, er möchte steh doch einstellen, ohne Ach von irgend einer Rücksicht 
des Anzuges behindern zu lassen; allein er ließ sich nicht bewegen nnd 
sein Ansbleiben blieb nicht unbemerkt. 
Einer seiner Jngendfreunde, der Philosoph Henrilk Steffens, 
hatte eine ähnliche Einladung erhalten, und derselbe war von Berlin 
ans in dem sHoslager zu Kopenhagen eingetroffen, um dem Hofseste 
beiznwohnen. Als er dort Thorvaldsen nicht vorfa11d, begab ersieh 
nach Nysö, um ihn wiederzusehen. 
Dieses Znsa1nmentreffen gab Thorvalds en wiederum Veranlassung 
zu einer kleinen Arbeit: er modellirte nämlich ein PortraitiMedaillon 
von Hencik Stesfens. 
  Bezüglich dieses letzten Znsam1nentreHens der beiden Freunde fing 
den wir einen dänischen Brief von Stesfens vor, den wir hier in Ueber: 
seynng wiedergeben: 
Berlin den 
Lieber Thorvaldsen2 
Septbr. 
l840. 
Du weißt  nnd wie solltest Du es nicht bemerkt habenP  
daß ich, meine Frau und Tochter die Stunden, die wir n1it Dir. ver: 
brachten, zu den vorziiglichsten nnd angenehmsten unserer ganzen 
Reise rechnen. Mit welcher ungeheuern Kraft hat Gott Dich begabt, 
daß Du in Deinem hohen Alter nicht allein in der Welt der Götter, 
sondern auch in der Welt der christlichen Geister Dich heimisch fühlst, 
daß ein höheres Leben unaufhaltsam aus Deiner schaffenden Hand 
hervorquillt, daß Du noch in Deinen alten Tagen es wagen darfst. 
eine Kunst zu erneuern, welche nur in schwachen Nachbildungen seit 
Jahrhunderten zum Vorschein kam, ja, seit der herrlichsten Zeit der 
Griechen verschwunden wars  Immer schwebt diese Fülle herrlicher 
Gestalten wie ein Traum vor meiner Seelei  
Du wirft doch nach Berlin koucmeu2 Wir erwarten Dich mit 
Sehnsucht. Der König kommt übermorgen, nnd ihn wirst Du hier 
finden.  Es würde mich nicht schmerzen, wenn dieser Brief Dich 
nicht in Kopenhagen, sondern ans dem Wege hieher anträfe. Wenn 
Du nicht abgeneigt bist, nnd nur mit einigen wenigen Zeilen uns 
wissen lassen könntest, wenn Du kommen, nnd in welchem Hotel Du 
wohnen wirst, so thätesi Du uns einen großen Gefallen.
        

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