Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thorvaldsen's Leben nach den eigenhändigen Aufzeichnungen, nachgelassenen Papieren und dem Briefwechsel des Künstlers
Person:
Thiele, Just Mathias Helms, Henrik
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3293943
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3296060
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Schicksal der 
AesMavsStat11e. 
kräuselt. 
Thorvalbsen 
Allein es war gleichsam, als wenn ihm die innere Aufforderung 
zur Hingabe an dieses Werk fehle, er glaubte nicht an Aesknlap, wie 
er an Herkules geglaubt hatte, welcher fertig von feiner Hand in dem 
nächsten Zimmer stand, während der Gott der sHeilknnde tagtäglich 
versäumt wurde. Und eines frühen Morgens war das Modell zufan1s 
mengestürzt2 
Der Grund, weshalb er nicht, wie sonst, auch diese Arbeit mitLust 
ergriHen hatte, kam jedoch bald an denTag. Er fühlte sich nicht wohl, 
ein Bein, an welchem er eine alte Wundehatte, schmerzteihndermaßen, 
daß er sich endlich genöthigt sah, sich ruhig ans seinem Sopha zu vers 
halten. Davon, daß er ärztliche Hilfe suchen müsse, wollte er Nichts 
wiFen, nnd alles Bitten nnd Zureden in dieser Beziehung blieb vers 
geblich. s 
Indessen wurde doch unter dem Scheine eines znfiilIigenBefuches 
Einer von den ersten Aerzten Kopenhagens herbeigernfen, nnd gleich: 
fam als im Scherze wurden die ärztlichenRathfthläge cingeschmnggelt, 
und Wilckens wurde von dem, was dabei beobachtet werden mußte, 
unterrichtet.  
Einige Fontanellen hatten eine Reihe von Jahren hindurch der 
Gesundheit Thorvaldsens gute Dienste geleistet, allein er war daran 
gewöhnt, dieselben nach seinem Gutdünken zu behandeln. Als nun 
sein Zustand ein Gegenstand der allgemeinen Aufmerksamkeit wurde, 
sendete ihm die Königin ihren Leibarzt, und es schien, als ob er steh 
eine Zeitlang wilIige1: der ärztlichen Behandlung fügte. Doch die 
Foutanellen schlossen sich, und die Bestrebungen, ße wieder zu öffnen,s 
wollten nicht gelingen. 
In feinerUt1geduld über dieses ,,SophaIebenE erklärte er, er wolle 
Ach bis Weihnachten ruhig verhalten, aber von da an, nicht mehr.  
Am Neujahrstage wolle und 1nij1Te er arbeiten; denn ,,kä m e er nicht 
am Nenjahrstage zur Arbeit, so würde es ihm das 
ganze Jahr hindurch schief gehen.U 
Diesen Wunsch zu erfüllen, versprach MAU ihm U1M AUth, Und am 
Neujahrsmorgen hatte Wilekens im Nebcuzimmer Alles vorbereitet,
        

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