Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thorvaldsen's Leben nach den eigenhändigen Aufzeichnungen, nachgelassenen Papieren und dem Briefwechsel des Künstlers
Person:
Thiele, Just Mathias Helms, Henrik
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3293943
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3295962
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der Schioßb.au:Con1misHon 
Berichterstattung 
dem, und es dürfte daraus allergnädigst zu ersehen sein, daß es stets 
die dringendsten Wünsche nnd Bestrebungen derselben gewesen sind, 
die Königsburg mit den vorzüglichen Arbeiten dieses Künstlers ges 
schmückt zu sehen. W 
Bereits vor mehr denn zehn Jahren, nämlich unterm 21. August 
1832, schrieb die Commisßon an Coufereuzrath Thorvaldsen, und 
forderte denselben auf, vier Marmorstatueu zu dem genannten Ges 
mache zn liefern. Eine Antwort ging indes; nicht einls; allein sos 
wie es ihm selbst anheimgestellt war, die Figuren zu wählen, wodurch 
man glaubte, Xseinem Wunsche mehr entgegen zu kommen, als wenn 
man ihm bestimmte Gegenstände aufgegeben hätte, so zweifelte man 
auch nicht, daß eine Wahl stattgefunden habe, und daß die Figuren 
in Rom oder in Carara in Augrisf genommen worden seien. Erst 
in einer Commissionsßlznug am 22. Februar 1839, welcher der Herr 
Conferenzrath auf Einladung beiwohnte, erhielt man die Nachrirht, 
daß in dieser Beziehung Nichts unternommen war, nnd daß das 
Ausbleiben O einer Antwort Ach darauf griindeie, daß der Künstler 
damals den Beschluß gefaßt hatte, keine weiteren Bestellungen anzus 
nehmen. Jndesseu erklärte er Ach doch bereit, nach Zeit nnd Geier 
genheit und ohne eigenen Bortheil dem geäußerten Wunsche narhzn: 
kommen, allein er sah sich doch nicht in dem Stande, sich zu irgend 
Etwas zu verpflichten, oder irgend einen Preis zu bestimmen. 
Ju derselben Sihung wurde gleichfalls über die übrigen sechs 
Figuren für die Portale verhandelt, in Bezug auf deren Wahl eben; 
falls dem Conserenzrath freie Hand gegeben war, sowie ferner die 
zu dem großen Frouton des Schlosses bestimmten Gruppen von grie2 
chischen Göttern und ,,die Auferstehungli für das Fronton über 
dem Kirchenportale zur Sprache gebracht. Man einigte sich dahin, 
soweit thuulich, Terracotta für diese Arbeiten zu benutzen, allein das 
Breuueu von dem Thone solcher Natur und von Figuren in solcher 
Größe, wie diese erforderlich waren, war hierorts etwas Neues, wes: 
halb nach dem eigenen Vorschlag dess Conferenzrathes beschlossen 
wurde, Versuche damit in der Porzellansabrik anstellen zu lassen, dem 
einzigen Orte, woselbst eine Ausführung vorauszusehen war. Eine 
Figur, Oceanus vorstehend, wurde deshalb in Thorvaldsens Atelier 
von Mathiä modellirt, und der Porzellanfabrik zur Probe übergeben, 
Allein da der Versuch als rnislungeu zu betrachten war, zerfielen auch 
die damaligen Aussichten auf Verwendung von Terracotta. 
It Die Antwort Thorvaldsens in einem Schreiben an die Com2 
mission vom 24. November 1832 haben wir bereits cuitgetheilt; siehe 
Bd. il. pag. 267.
        

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