Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thorvaldsen's Leben nach den eigenhändigen Aufzeichnungen, nachgelassenen Papieren und dem Briefwechsel des Künstlers
Person:
Thiele, Just Mathias Helms, Henrik
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3293943
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3295439
Charakteristische Züge aus Thorvaldsens Leben. 
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die einen angenoinmenen Werth besitzen, und mit welchen man Ach bei 
gewissen Gelegenheiten schinüekeii könne, wenn man sich unter gewissen 
Leuten befände. 
Er war iudeß nicht gerade diesen Schmucksachen abgeneigt, er 
hatte Ich seit einer Reihe vo1i Jahren daran gewöhnt, daß ihn die 
Fürsten damit behingen. Als ßch die Anzahl derselben zu mehren bei 
gann, betrachtete er sie gleich einer andern Sammlung, nnd es machte 
ihm Vergnügen, dann iind wann der Sammlung ein neues Stück hing 
zufügen zii können, Diese San1nilnng von Orden bewahrte er in einem 
besondern kleinen Kasten, nnd wenn junge Damen ihn besuchten, zeigte 
er sie gern vor. 
Mußte er sich bei Hofe oder in Ministergesellschaften einstellen, 
so war es ihm ein Sache von Wichtigkeit, welche Orden er an diesem 
Tage anlegen sollte, nni nicht bei Diesem oderJenem einen Anstoß zu 
erregen. Aber gegen Ende des Jahres 1838 gaben diese Orden zu 
einer siherzhaften Scene Veranlassung, indem er Ach hatte überreden 
lassen, bei einem Hosfeste sie einmal Alle anzulegen. Es zeigte Reh 
nämlich, daß es ganz unmöglich sei Ae alle anzubringen, und als die 
Mehrzahl wieder vom Rocke abgetrennt war, blieben noch genug übrig, 
um die Bewunderung aller Derjenigen zu erwecken, die ihn eben nur 
nach der Anzahl seiner Orden zu schicken wußten.  
Wenn Thorvaldseii auch nichts weniger als ein sogenannter Gei 
sellschaftsmensch war, so verstand er es doch, wenn er durchaus zur 
Parade mußte, in großen iind vornehmen Kreisen seine Person mit 
Elegauz inid Würde zu zeigen, iind nie hat er in dieser Hinsicht der 
Satire Veranlassung zu Spötteleien gegeben, wenn er auch ,,ohne 
Geburt0 war. Er bewegte sich in diesen ihm sonst weniger ziisagenden 
Elementen, wenn es darauf ankam, mit der Würde eines Ministers, 
und in einem Kreise vornehmer iiud conrtoisrrender Damen war er gas 
laut niid coiirtoisirend wie ein Hofmanii. 
ArIeiu um ihn zu sehen, wie er in der Wirklichkeit war, mußte 
man ihn bei seiner Arbeit antreffen, oder sein alltäglich ungenirtes Les 
ben in seiiier Wohnung kennen, wenn er entweder daselbst kaum halb 
angekleidet in seinem grauseidenenMorgenrocke, das schwarze Scimmts
        

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