Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thorvaldsen's Leben nach den eigenhändigen Aufzeichnungen, nachgelassenen Papieren und dem Briefwechsel des Künstlers
Person:
Thiele, Just Mathias Helms, Henrik
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3290102
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3290881
48 Beunruhigende Nachrichten aus Rom. 
er, wie es schien, später nie hat aussprechen wollen, blieb es lediglich 
bei jener Skizze;  
Drei Wochen waren in Wien in der angenehmsten Weise verstri- 
chen, nnd er gedachte München zu besuchen,  da überraschten ihn 
eines Tages in einer Gesellschaft bei dem Fürsten Esterh azy benu- 
1juhigende Nachrichten aus Rom. DerFürst überreichte ihm eine Num- 
mer des Djaki0 di Roma, in welcher die vorläufcge Nachricht enthalten 
war, daß am 8. November ein Einstnrz in einem von Thorvaldsen"s 
Ateliers stattgefunden habe, und daß durch denselben mehrere seiner 
Arbeiten der Zerstörung preisgegeben worden wären. Diese Mitthei- 
lnng soll er 11un zwar in sehr gefaßter Weise aufgenommen und ge- 
äußert haben: ,,-Wenn nur menschliche Verworfeuheit nicht im Spiele 
ist  mit den Elementen und leblosen Stoffen läßt Ach uic"htkäm- 
pfen  allein diese Ruhe war doch nicht tieferbegründet, als daß sein er- 
fter Entschluß einer sofortiges! Abreise galt, von welcher er nur durch 
die Bemerkung seiner Umgebung zurückgehalten wurde, daß es klüger 
sein dürfte, den nächsten Posttag abzuwarten, welcher ihm zweifelsohue 
nähere Nachrichten bringen würde. 
Sowohl Freund als T en erani schrieben ihm am Tage nach 
jenem Ereigniß, da sie jedoch in"der Voransset,zung lebten, er sei be- 
reits über die Alpen hinaus, hatten Ae ihre Briefe nach Florenz adres- 
ßrt, woselbst er ne aus der Durchreise hätte in Empfang nehmen1nüFen. 
Acht Tage später bot üch eine Gelegenheit dar, Briefe nach Venedig 
zu senden, und mit einem Reisender: ließ Freund nun ein zweites 
Schreiben abgehen, welches den ungeduldig harrenden Thorvaldsen 
noch in Wien antraf, während die ersten Briese in Florenz liegen ge- 
blieben waren. 
Freund"s Brief, datirt .vom 18. November, bezeichnet das Ate- 
lier, in welchem sieh der Unsall zugetragen hatte, als eins voudenenim 
Palazzo Barberini, und zwar das, in welchem sieh die M a r s - S ta t u e 
befand. Unter dem Fußboden des Ateliers sei ein mit Schutt ange- 
füllter Raum zwischen jenem und dem KelIergewölbe vorhanden ge- 
wesen, in dieses Gewölbe möchte früher eine Treppe oder Fallthüre 
geführt haben, und über der Stelle, wo die FalIthüre gewesen, seien
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.