Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thorvaldsen's Leben nach den eigenhändigen Aufzeichnungen, nachgelassenen Papieren und dem Briefwechsel des Künstlers
Person:
Thiele, Just Mathias Helms, Henrik
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3290102
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3293686
328 Arbeiten für Don Carlo Torlonia. 
Von einem der Erben des reichen Herzogs von Braeciano, D on 
C arlo T o rlo ni a , hatte Thorvaldfen außer der genannten Tl n - 
zerin gleichfalls eine Bestellung auf einige kleinere Arbeiten ange- 
nommen, 1velche zur Ansschmückung der Villa der Familie im Castel! 
Gandolsi dienen sollten. Thorvaldsen wollte hierdurch theils der Fa- 
milie Torlonia, zu welcher er viele Jahre hindurch in freundsihaftlicher 
Beziehung gestanden hatte, eine Aufmerksamkeit erzeigen, theils wollte 
er seinem Schüler Vic enzo G alli eine Beschäftigung verschaffen, 
nnd versprach deshalb eine bedeutende Anzahl Compoßtionen noch vor 
seiner Abreise von Rom zu liefern. In seinen Mußeftunden wollte er 
sich damit beschäftigen und die Zeichnungen liefern, nach welchen Galli 
modelliren sollte. Diese Arbeit scheint gleich angefangen zu sein, und 
wurde nicht allein in Rom, sondern während der ganzen Reise nach 
Dänemark fortgeseszt, nnd selbst nachdem Thorvaldsen in Kopenhagen 
angelangt war, finden wir, daß Galli von Zeit zu Zeit ihn an ser- 
nere Zeichnungen erinnerte. Die Anzahl der in solcher Weise entwor- 
fenen Bas"reliefs ist so groß, daß wir uns hier darauf beschränken müs- 
sen, ße gruppen1peise zu nennen. So schließt ein Cyclns von vierzehn 
ovalen Basreliess sich am nächsten der My the von Dian a, oder 
Mythen an, welcher etwas der genannten Entsprechendes enthält. 
Ein anderer Cyelus behandelt in sechzehn or-,alen Basreliefs die 
Mythe von Amor und Psych e. Ein dritter Cyclu-S von klei- 
neren rhomboidalen Basreliess stellte zw anzig G enien vor, welche 
die hervorragendsien menschlichen Thätigkeiten durch ihre Attribute 
bezeichnen; diese hatten die Bestimmung, in DeckeneasTeten inder Villa 
angebracht zu werden.- 
Aber eine größere Arbeit, welche den F:-ontgiebel der Villa 
schmücken sollte, modellirte er im Verlanfe der legten Sommermonate 
in einer großen Skizze, die Apollo unter den Hirten vor- 
stellte. Der Myihe nach war Apollo auf einige Zeit vom Olymp ver- 
bannt, und während dieses Exils wählte er seinen Aufenthalt bei fei- 
nem Freund Admet, dem König von Pherae in Thesfalien, wo er dessen 
Heerde hütete. Der Gott des Gesanges ist dargestellt umgeben von 
dem stillen, glücklichen Hirtenvolk, welches er mit seinem Gesang er-
        

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