Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thorvaldsen's Leben nach den eigenhändigen Aufzeichnungen, nachgelassenen Papieren und dem Briefwechsel des Künstlers
Person:
Thiele, Just Mathias Helms, Henrik
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3290102
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3293670
Ein tanzendes Mädchen.  si3T)giäa nnd Amor.  327 
leu":en, die sich zu gegenseitigem Beistand und Pflege vereinigt hatten, 
griff Thorvaldsen, um sich zu zerstreuen, zu der Arbeit, und nachdem 
einige Ae:-zte seiner Bekanntschaft sich diesem Kreis angeschlossen hat- 
ten, und die zweckmäßigsten Maßregeln ergriffen waren, gewöhnte man 
sich allmälig daran der drohenden Gefahr ins Auge zu schauen, bis 
eines Tages ein eutseszliches Gewitter über Rom einbrach nnd wie es 
schien die Lust reinigte. 
Die Arbeit, welche Thorvaldsen in dieser Lage unternahm, war 
eine kleine Statue, ein tanzendes Mädchen, zu welchem das 
Motiv dem bekannten Volkstanz S alta r ello entnommen war. Er 
hatte versprochen, dieselbe für Don Carlo Torlonia zu einem 
Ballsaale auszuführen, welcher bereits mit dersrüheren Tänzerin Thor- 
valdsen's nnd zugleich mit der Canova"s geschmückt war. 
Unser Künstler war gerade mit dieser Arbeit so weit vorgerückt, 
daß er ein Modell benuHen wollte, und ein junges schönes Mädchen 
war zu diesem Zwecke von der Mutter in das Atelier gebracht worden. 
Allein kaum hatte er das Mädchen gestellt, als es Ach unwohl fühlte, 
 die Arbeit mußte unterbrochen werden, es unterlag keinem Zweifel, 
es war die Cholera. Thorvaldsen war froh, als er das Mädä)en wie- 
der ans dem Hause geschafft hatte, und ohne Ach weiter um das Modell 
zu ki"unmeru, setzte er nun die Arbeit fort und vollendete sie auch ohne 
dasselbe. Als die Mutter Ich wieder mit dem Mädchen mit der Ver- 
sicherung einstellte, dasselbe sei durchaus nicht angegriffen, nahm er es 
doch nicht wieder an.  
Eine andere Compoßtion derselben Zeitperiode war ein Basrelies, 
dessen Inhalt der Lage der Dinge entlehnt zu sein scheint. Es stellt 
Hi) giäa und A mor vor. Der Liebesgott nähert sich Hygiäa, um 
ihre Schlange aus einer Schaale zu füttern, welche er in der -Hand 
hält. Dieses Basrelies welches später von G alli in Marmor aus- 
geführt wurde, war kaum fertig, als es auch in einem Gedicht von Ca- 
valiere R i c ei unter dem Titel:  se-klare, Bassoriljevo del insigne 
ca-v. Tt10rwaldsen, scolpil0 ne11e lrisli or-e del Cholera in Roma, 
t"anno 1837", besnngeu wurde.
        

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