Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thorvaldsen's Leben nach den eigenhändigen Aufzeichnungen, nachgelassenen Papieren und dem Briefwechsel des Künstlers
Person:
Thiele, Just Mathias Helms, Henrik
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3290102
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3293304
290 Das Basrelies: Die drei betenden Knaben. 
sten Wladimir Potocki, dessen Monument unser Künstler auch ausge- 
führt, ihr ein Grabmonument für ihren verstorbenen Gemahl, dessen 
Büste Thorvaldsen im Jahre 1829 modellirt hatte, auszuarbeiten. 
Die Idee zu diesem Monument hatte die Gräfin Witwe selbst an- 
geben wollen; es sollte in einer Christus-Statne aus einem Felsen be- 
stehen; diese Statue wollte sie über dem Capellenaltar anbringen las- 
sen. Die Vorderseite des Altars sollte eine Basrelief jede der beiden 
anderen Seiten eine Biiste in einer Nische erhalten, und zwar die schon 
ansgeführte des Grasen Arthur Votocki und ihre eigene, erst noch aus- 
zuführende. Das Bas.relief wollte Thorvaldsen jetzt modelliren, dage- 
gen scheint es, als sei der Christus-Statue auf einem Felsen die Schwie- 
rigkeit entgegengetreten, daß Thorvaldsen den Felsen als einen Theil 
der architektonischen Decoration betrachtet wissen wollte, während der 
Architekt Wolanski den Felsen, als ihn nichts angehend, zurückwies. 
Dieser Umstand veranlaßte einen längeren Brießveehsel, während des- 
sen die Arbeit nicht vorwärts schritt, und da die Gräßn ihre Idee nicht 
aufgeben, Thorvaldfen dieselbe nicht aufnehmen wollte, so glauben wir, 
es habe, was die Christus-Staiue betrifft, T en era ni diesen Theil 
der Bestellung übernommen. 
Anlangend das Basrelief scheint es, als habe Thorvaldsen zuerst 
die kürzlich erwähnten Compoßtionen von singenden und mußcirenden 
Engeln vorgeschlagen, allein außer diesen mochte er wohl früher schon 
noch ein drittes entsprechendes Basrelief entworfen haben, und diesem 
gab die Gräfin den Vorzug, indem ne sich in einem Schreiben vom 
22. Januar 1833 ,,le basreliel" des ik0is ent"anls impl0ranls Dieu Li- 
genoux" ausbittet. Dieses Basrelief, die d r ei b e t e n d e n K n as 
b en, wurde jeht ausgeführt. Der erste kniete im Gebet mit ausge- 
streckten Armen. Hinter diesem lehrt der andere Knabe seinen jünge- 
ren Bruder die Hände falten und beten. Auf einer der Büsten des 
Künstlers ist dieses Basrelief: ,,Pulii ehe pregano" mit der Jahres- 
zahl1834 aufgeführt. 
 Eines Sommerabends dieses Jahres verließ Thorvaldsen seine 
Arbeit im Atelier, um einer Vorstellung der Guerra"schen Kunstreiter- 
gesellsehaft beizuwohnen. Dieselbe war in Rom angelangt und Thor-
        

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