Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thorvaldsen's Leben nach den eigenhändigen Aufzeichnungen, nachgelassenen Papieren und dem Briefwechsel des Künstlers
Person:
Thiele, Just Mathias Helms, Henrik
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3290102
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3292720
232 Retonche der 2ldr-ais-Statue. 
langen Reihe von Jahren gewünscht und nachgesragt, vollendet, und 
soweit wir haben nachforsrhen können, von Bienai1nö infolge Auftrags 
von Thorvaldfen abgeliefert. 
Erst nach der Rückkehr in Rom kam Thorvaldsen ein Brief aus 
Däuemark zu Händen, der ihn in München verfehlt hatte, nnd ihm 
nun nachgeseudet worden war. Der Brief war von dem PrinzeuChri- 
stiau Frederik nnd dessen Jnhalt, wenn auch nur eine freundliche Auf- 
forderung, die Reise von München ans weiter nördlich nach Kopenha- 
gen fortzuseZen, hätte  nach Dem, was Th"orvaldsen nun äußerte 
 wahrscheinlich, das heißt wenn derselbeihn inMüncheu angetroffen, 
zur Folge gehabt, daß er nicht nach Rom zurückgekehrt sein würde, 
ohne erst seinen Besuch im Vaterlande wiederholt zu haben. 
Thorvaldsen hatte während seiner Besuche bei dem König von 
Bayern nicht den wiederholten Aufforderungen entgehen können, doch 
endlich einmal ernstlich daran zu denken, seine Ado n is -Ssta tu e, 
nachdem dieselbe ungefähr zwanzig Jahre, scheinbar vollendet in Mar- 
mor, in dem römischen Atelier gestanden hatte, nach München zu seu- 
den. Allein all" der Bewunderung ungeachtet, welche dieses Meister- 
werk schon geerntet. befriedigte es den Kü1istler selbst so wenig, daß er 
die Statue nicht als fertig zum Absenden betrachten konnte, und stets 
in dem Vorsatz, Ae einmal recht gründlich vorzunehmen, waren die 
Jahre, reich an neuen Schöpfnngeu, unbemerkt verstrichen. Doch mag 
er von München aus den festen Entschluß mitgebracht haben, nun, da 
J as ou endlich beseitigt war, auch an Ad ouis zu gehen. 
 Zwar sollte man meinen, das Pius-Mouument müsse nun-seine 
ganze Zeit in Anspruch genommen haben, allein nichtsdestoweniger, 
heißt es, ließ er die Adon is-Statue auf einen bequemen PlaH im 
Atelier bringen, und gab sich mit ganz ungewöhnlicher Anstrengung 
der Arbeit an derselben hin.  Diese durchgreifende Retouche, die 
Jeden erstaunen machte, der ihn dreist und ohne Schonung sein schon 
seit so vielen Jahren bewnndertes Werk angreifen sah, war nun län- 
gere Zeit hindurch seiue tägliche Arbeit, und allerdings mag es seine 
Absicht gewesen sein, dieselbe nicht eher zu verlassen, als bis üe voll- 
endet sein würde. Noch im September des Jahres 1830 arbeitete er
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.