Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thorvaldsen's Leben nach den eigenhändigen Aufzeichnungen, nachgelassenen Papieren und dem Briefwechsel des Künstlers
Person:
Thiele, Just Mathias Helms, Henrik
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3286116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3287002
Das stolze Rö1nervolk vermochte nicht jene Demiithigungen ab: 
z1noehren, aber es konnte sie auch nicht ruhig über sich ergehen lassen. 
Der ohn1nächtige Haß gegen die Unterdrücker brach deshalb in Mis: 
vergnügungen und Murren gegen dieRegierung aus, deren Schwäche 
ein Gegenstand des Spottes und der Vorwürfe ward, und unter 
einer solchen Volkssiin1mung, unter Verhältnissen und Austritten, 
die in Folge derselben entstanden, empfing Thowaldsen die ersten 
EindrüEe der gelobten Künsiletstadt. 
Außer den Empsehlungsschreiben, die er mit sich führte, ohne 
sie zu betrügen, hatte er noch einen Brief aus Kopenhagen, den er 
ablieferte, und der ihm die übrigen überflüssig machte. Die Aus: 
metksatnkeit nämlich , die er bei der Kopenhagener Akademie auf sich 
gelenkt hatte, lverschaffte ihm mehrere Gönner auch unter den Ehren: 
1nitgliedern, und zu, diesen gehörte der Professor, später Bischof 
Friedrich Münter. Dieser stand im BriefweEhsel mit dem Arg 
chäologen Georg Zoäga, der in Rom lebte, und er ließ Thore 
valdsen nicht nach Italien abreisen, ohne ihn seinem gelehrten Freunde 
zu empfehlen , dessen Vertrautheit mit der antiken Kunst von vielem 
Einfluß auf den jungen talentvollen Bildhauer sein mußte. 
Thorvaldsen wurde deshalb sehr freundlich in ZoiZga,s Hans 
ausgenommen, und fand bald an dein durch verschiedene Leiden nieE 
dergebeugten Gelehrten einen ehrlichen, wenn auch etwas strengen 
Freund, auf dessen Rath er nun vorläufig nicht daran dachte, selbst 
zu arbeiten, sondern die erste Zeit seines Aufenthaltes in Rom dar: 
auf verwendete, die Stadt so wie die öffentlichen und privaten Samen: 
lungen derselben kennen zu lernen. 
Das Urtheil Zoisga7s , des strengen Kunsikritikers über Thor: 
valdsen in einem Vriese an Münter, in deJen Nachlaß gefunden, 
theilen wir hier in seiner Ganzheit mit: 
Genzano, d. 4. Ort. 97. 
,,iis gis Unser Landsmann Thorvaldsen, welcher acht Tage hier bei 
mir vorbringt, um die Merkwüwigkeiten der Umgegend zu besuchen, ist ein 
vortresli6her ArtijX, von vielem Geschmack und,Gefühl, aber gar zu unwis: 
send in Allem, wag außerhalb der Kunst liegt. lncidenter gesprochen, ist es 
von der Akademie sehr schlecht überlegf, die Leute so roh nach Italien zu
        

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