Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thorvaldsen's Leben nach den eigenhändigen Aufzeichnungen, nachgelassenen Papieren und dem Briefwechsel des Künstlers
Person:
Thiele, Just Mathias Helms, Henrik
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3286116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3289924
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Der verwundete Löwe. 
 Um dieselbe Zeit, wo Thorvaldsen selbst mit dem genannten 
Modell zum Pferde des Monuments fiir Poniatowski beschäftigt 
war, arbeitete sein Sehiiler Bienaimö unter feiner Aufftcht an 
einem Löwen für ein anderes Monument, und Tenerani hatte 
die drei weiblichen Figuren zu der Gruppe: die Grazien, bereits 
so weit fertig, daß nun der Meister sie bald unter seine Behandlung 
nehmen würde. 
In Betreff des bekannten Schweizer:Monuments finden wir 
nur sehr wenige Aufklärungen vor. Es scheint, als habe der Ge: 
sandte der Eidgenossenschast in Rom, Schultheiß Vincenz Rütti: 
Mann, sich bereits früher in Veranlg.ssung des Planes dieses Mo: 
numents an unsern Künstler gewendet, der am 1. März ,1818 von 
einem Oberst Pfyffer V. Altishofen veröffentlicht war, und 
sowohl allgemeinen Anklang bei der Nation, wie den Beifall meh: 
rerer souveränen Fürsten gefunden hatte. Der Oberst hatte selbst 
als Ofsizier in der französischen Sehweizergarde gedient, und nur 
durch einen Zufall war er dem Schicksal seiner Waffengefährten am 
10. August 1792 bei der Vertheidigung der Tuilerien entgangen. 
Er wohnte in der Nähe von Luzern, und in seinem Garten sollte 
das Monutnent für feine gefallcnen Laudsleute errichtet werden. 
Da man sehr viel darauf gab , den künstlerischen Theil dieser Auge: 
legenheit in Thorvaldsen7s Hände gelegt zu sehen, wandte Herr 
Rüttimann sich nun an ihn, aber, wie es scheint, gerade um eine 
Zeit, wo Thorvaldsen sich am liebsten von allen Geschäften zurück: 
zog. Inwiefern der Gedanke, einen verwundeten,Löwen 
4auszuarbeiten, der noch imTode das französischeWap: 
pen veriheidigt, von unserm Künstler ausgegangen, oder ihm 
gleichzeitig mit der Bestellung übergeben war, läßt sichlnicht durch 
die vorgefundenen Briefe ermitteln, aus denen nur hervorgeht,
        

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