Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thorvaldsen's Leben nach den eigenhändigen Aufzeichnungen, nachgelassenen Papieren und dem Briefwechsel des Künstlers
Person:
Thiele, Just Mathias Helms, Henrik
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3286116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3289310
der beabsichtigten Reis e. 
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benachrichtigt, daß ersieh genöthigt steht, mit der Arbeit eines angefange: 
neu Gebäudes inne zu halten, wenn er nicht so unverzüglich wie möglich 
einige bei mir bestellte Vasreliefs erhalten könne, Arbeiten, die ich gedacht, 
bis zu meiner Znrückkunft zu verschieben, die jener Brief mich nun aber vor: 
her zu vollenden nöthigt. Es freut mich hinzufügen zu können, daß Baron 
Schubort, der doch selbst so eifrig diese Reise wünscht, nnd mit mir diese 
Abhaltung beklagt, doch darin vollkommen einig mit mir ist, daß ich in die: 
set Angelegenheit der Nothwendigkeit nnd meinen Verpflichtungen nachkom: 
men muß. Verhindert nun auch dieser unvorhergesehene Aufschub mich so 
bald wie ich es ivünsihte mich End. Königlichen Hoheit vorzustellen, so wird 
er doch nie die Hochachtung und Erkenntlichkeit sdhwät5hen können, mit tvel: 
eher ich den warmen Freund und Beschützer der schönen Künste in meinem 
Vaterlande betrachte nnd verharre 
. E. K. H.  
 nnterthänigiter 
A. TM, 
Allein wenn Thorvaldsen auch snur seine Beziehungen zum Her: 
zog von.Bedford als Entschuldigung entführte, daß er um diese Zeit 
seine römischen Studien nicht verlassen konnte, so hatte er doch noch 
andere eben so gewichtige Gründe, die er unerwähnt ließ. 
Man wird sich erinnern, daß der Kro nprinz von Baiern 
vor einigen Jahren ihm in Betresf eines Basrelief:Frieses in Mars 
n1or einige Fragen gestellt, und daß unser Künstler sich damals eine 
kurze Zeit mit der Hoffnung geschmeichelt hatte, der Prinz beabs1ch: 
tige ihn den Alexanderzug in Marmor ausführen zu lassen. 
Wir wissen bereits, daß dies nicht der Fall war; jedoch die eigent: 
liche Absicht jener Fragen des Prinzen trat jeHt erst durch ein Schrei: 
ben des königlich bairischen sHofarchitekten Leo V. Klenze hervor. 
Durch dieses Schreiben, datirt: München, den 14., Januar 18i7, 
wurde unser Künstler in Kenntniß gesetzt, daß Se. königliche Hoheit 
die Absicht hege, der noch nicht vollendeten Glyptothek in München 
gegenüber eine Kirche erbauen zu lassen, welche den zwölf Aposteln 
geweiht sein sollte. In deni Innern dieses Tempels sollte, außer den 
zwölf Apostelstatuen, an jeder Seitenwand der Kirche ein großes Bas: 
relief:Fries, im Ganzen 240 bairische Fuß lang, angebracht werden, 
nnd dieser Fries sollte das Leben Jesn auf Erden veransehaus
        

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