Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thorvaldsen's Leben nach den eigenhändigen Aufzeichnungen, nachgelassenen Papieren und dem Briefwechsel des Künstlers
Person:
Thiele, Just Mathias Helms, Henrik
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3286116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3288311
Der Kronprinz Ludwig. 
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Verstorbenen an sich nahmen und sie mit Hilfe des dänifchen Gelehr: 
ten Dr. Koes, der damals in Rom war , ordnen ließ. 
Doch diese Geschäfte, die sogar die öffentliche Versteigernng der 
Hausgeräthschaften umfaßten, und von welchen Baron Braun sich 
zurückgezogeu zu haben scheint, so wie ein Liebesverhältniß der 
Siguora Laura ZokSga mit einem anerkannt tüchtigen franzößschen 
Künstler, welches erst durch Thorvaldseu7s persönliche Dazwischen: 
kunft und Vermittlung sowohl bei V. Schubart, wie bei dem Diree: 
tor der französischen Akademie in Rom zu einer förmlichen Verlobung 
gedieh, brachte noch lange nachher unserm Künstler nicht allein Stö: 
rung und Zeitvergeudung , sondern auch Verantwortung. 
Ein anderes Geschäft, wenn auch künstlerischer Natur, verur: 
sachte ihm gleichfalls um diese Zeit sowohlStöruug wie Unannehms 
liehkeiten.  
Zu dem Kronprinzen Ludwig von Baiern war Thorvaldsen, 
wie bereits erwähnt, schon durch die Bestellung auf die Statue Ab o: 
u i s in nähere Beziehung getreten, doch hatte er noch nicht die per: 
sön1iche Bekanntschaft dieses Fürsten gemacht, der einst unter seine 
Freunde gezählt werden sollte. 
Die Bestrebungen des Kronprinzes, antike Kunstwerke für die 
entsteheuden Museen in München zu sammeln , äußersten sich damals 
durch die Tätigkeit seiner Agenten in Rom. Diese hatten dann und 
wann Thorvaldsen zu Rathe gezogen, und sein uneigennühiges und 
sicheres Urtheil über antike Werke wurde ihnen bald von Wichtigkeit. 
Unter Andern hatte er vor dem Ankauf einer großen antikeu Vase 
abgerathen und sich dadurch dem Prinzeu verbunden, aber in Folge 
dessen wurden nun auch seine guten Rathschläge so oft und auhal: 
tend in Anspruch genommen, daß dies nicht allein dem Künstler 
lästig sein mußte, sondern ihm auch öfter Unanuehmlichkeiten von 
Seiten Derjenigen brachte, deren Interessen er durch sein unbestech: 
liches Urtheil verletzte. 
Der fürstliehe Kunstsammler stand im Anfang d. J. 1809 in 
Unterhandluug wegen des Ankaufs zweier antiken Statuen und bei 
dieser Veranlassung erhielt nun Thorvaldsen folgendes Schreiben: 
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