Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thorvaldsen's Leben nach den eigenhändigen Aufzeichnungen, nachgelassenen Papieren und dem Briefwechsel des Künstlers
Person:
Thiele, Just Mathias Helms, Henrik
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3286116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3288292
Tod ZoiSga7ö. 
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zu haben. Und überzeugt, daß die hohe Commission Von meinen Arbeiten 
zur Zierde des Schlosses wünscht, nehme ich mir die Freiheit zu bemerken, 
daß, ungeachtet man in Rom leichter als an irgend einem andern Ort ge; 
schickte Leute zur Hilfe bei dem Meehanifchen haben kann, so ist doch lange 
Zeit zur Ausführung der Marmorarbeit erforderlich, und da außerdem mehr: 
faeheBefiellungen mich beschäftigt halten, glaube ich um so mehr der hohen 
Commission einige meiner Arbeiten vorschlagen zu müssen, die ich für eigene 
Rechnung ausgeführt habe, nämlich einige Figuren, die für jedes Cabinet 
pafsend sein würden, und find folgende: 
Eine stehende Psy ch e, im Begriff die Vase zu öffnen, die Ae Venn6 
bringen sollte. 
Eine V enu S , in der rechten Hand den Apfel haltend, den sie von Paris. 
empfangen, mit der linken Hand nach ihrem Gewand fassend, 
und eine 
Gruppe: A m o r nnd Psy eh e vorstellend. 
Die genannten sind alle ans dem schönsten weißen Marmor, den man sieh 
wünschen kann, nnd was die Arbeit betrifft, schmeichle ich1nir sie sehen lassen 
zu können; und kann ich diese Arbeiten zu beigesügten Preisen überlassen: 
Psyche, 2 Ell. M, 600 Scndi; Venns, L Ell;, 500 Seudiz die 
Gruppe, T Ell. ZU, 1000 Scndi.  
Wenn die hohe Commission meinen Wunsch genehmigen sollte, so 
bitte ich nnterthänigst, baldmöglichst zu belieben, mir ihre geehrte Antwort 
mitzutheilen, indem ich in dieser Erwartung verspreche. in Bezug obenge: 
nannter Arbeiten keine andere Bestimmung zu treffen, bis ich in Betreff der: 
selben ge,ehrte Nachricht von der hohen Commission erhalten habe. 
Ich empfehle mich unterthänigsM 
 Für die gereizteVolksstin1mI1ng, die um die Carnevalszeit 1809 
in Rom herrschte, dürfte unser Künstler weniger empfänglich gewesen 
sein; dagegen übte eine ihm näher liegende Begebenheit dieser Tage 
einen größern Eindruck auf ihn und griff für einige Zeit störend in 
seine künstlerische Thätigkeit ein. 
Z o6ga war seit dem 1.Febr. d. J. auf das Krankenlager ge: 
worfen, das damit enden sollte, ihn von einer fast unnnterbrochenen 
Reihe geistiger und körperlicher Leiden zu erlösen.  
Seine Gattin, die einst so schöne Maria Pietrukeioli , war be: 
reits vor zwei Jahren verschieden, und von eilf Kindern waren noch 
Thiele, Thorvaldsen. 12
        

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