Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thorvaldsen's Leben nach den eigenhändigen Aufzeichnungen, nachgelassenen Papieren und dem Briefwechsel des Künstlers
Person:
Thiele, Just Mathias Helms, Henrik
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3286116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3288045
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Stafue der Hebt. 
 Laut des früheren Entwurfes sollte die vielbesprochene Tauf: 
oase nebst ihrem Basrelief auf einem Piedestal ruhen. Sollte nun 
aber das silberneBecken angebracht werden, dann müsse die Vase lie: 
ber ganz wegfallen , indem jenes Gefäß in die obere Fläche des Fuß: 
ges1elles eingesenkt und mit einem Kranze umgeben werden könnte. 
Das Basrelief, das auf die Vase angebracht werden sollte und be: 
reits n1odellirt war, könnte dann ans der vorderen Seite des Fußge: 
stelles seinenPla1; erhalten, und nun lag der Gedanke sehr nahe, 
gleichfalls die drei andern Seiten des Würfels mit entsprechenden 
Basreliess zu schmücken. 
Eine solcheVeränderung würde allerdings die Arbeit des Kunst: 
lers und dieKosten bedeutend vergrößern , aber hatte ThorValdsen erst 
diesem neuen Gedanken den Vorzug gegeben, so wurde das Uebrige 
ihm eine uniergeordnete Frage, die er bei Gelegenheit dem Baron 
v. Schubart vorlegen könne, und er durfte gewiß sein, daß sie den Bei; 
fall allerBetheiligten gewinnen würde; und somit führte er nun für 
die zweite Seitensläche des Piedestals die kleine Cotnpos1tion die sitzende 
.Maria mit dem Kinde Jesus auf dem Schooß nnd 
neben ihr der kleine Johannes aus. 
Was die Statue iHebe betri1Tt, glauben wir die erste Veran: 
laßinng dieser Compoiition in einem Briefwechsel mit einem jungen 
Kaufmann S tuhr aus Flensburg suchen zu müssen, der in diesem 
Jahre Rom besuchte und zu den nähern Umgebungen unsers Künst: 
lers gehörte. Dieser wandte sich nämlich an Thorvaldsen mit der 
Frage, ob der beriihmte Landsmann es übernehmen würde, für sei: 
neu Vater eine Statue auszuführen, die in einem Speisesaal aufge: 
stellt werden solle, z. B. eine Ceres , Flora oder eine andere drap: 
pirte Figur. 
Zwar bedurfte es einer solchen Aufforderung nicht, damit 
Thorvaldsen aus den Gedanken käme, eine Hebe zu modelliren, und 
wir legen deshalb auch durchaus kein Gewicht auf diese VstmUthung. 
Nur bemerken wir, daß diese Statue der Hebe, als sie imMo: 
delt ausgeführt war, von einem diinischen Baron, der diesen Som: 
mer in Gesellschaft mit mehren Landsleuten Rom besuchte, in Mar:
        

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