Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thorvaldsen's Leben nach den eigenhändigen Aufzeichnungen, nachgelassenen Papieren und dem Briefwechsel des Künstlers
Person:
Thiele, Just Mathias Helms, Henrik
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3286116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3287945
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Siegesmonument für Amerika. 
Auch der Anfang des folgenden Jahres brachte Thorvaldsen eine 
neue bedeutende Bestellung, die gleichfalls aus Nordamerika kam und 
die, wie jene, ganz ohne Resultat blieb.  
Unser Künstler hatte zum Geburtstag des Barons Schubart, 
14. Jan. 1806, diesem eine schön ausgeführte Zeichnung übersandt: 
Amor vorstellend, der mit einem Schmetterlinge spielt, 
und ein Brief vom 14. Febr. 1806 , in welchem der Baron seinen 
Dank für das herrliche Geschenk ausspricht, enthält zugleich die vor: 
erwiihnteBestellung, welche er zu vermitteln denAuftrag hatte. Die: 
selbe galt einem Monument des Sieges der Amerikaner 
über Tripolis. ,,Es sollte,tt schreibt Schubart, ,,eigentlich auch 
das Andenken derjenigen verewigen, die in dieser SeesOlaCht geblie: 
ben. Man wünscht demnach eine Gruppe von einigen Figuren in 
halber Lebensgröße, wie Jhren Ganymedes und Bacchus. Wahrschein: 
lich müßten das sitzende, dankbare Amerika, einige Kriegs: und See: 
Attribute, ein in Ketten geschlagener Mohr, einige Sklaven, sowie 
ein amerikanischer Seeosfizier angebracht werden. Aber nichts wird 
man Ihrem Genie vorschreiben. Basta ehe la cosa sia della e 
ilegna d711a cosi g1sanArtista e Prokessore. Dieses Monument wird 
wahrslheinlich im Fesifaale der Seeakademie oder in einer Kirche auf: 
gestellt werden, und es braucht nicht sehr groß zu sein. Die See: 
ofsiziere, die Theil an der Schlacht nahmen, haben 1800s 2000 
Scudi fubscribirt. Nun weiß ich zwar nicht, ob diese Summe ge: 
trügt, ich sollte es aber meinen, da hier nicht die Rede von einem 
einzigenMarmorblock ist, sondern von mehrern, die zusammengestellt 
werden können.  sitt 
Diese Bestellung mag aber nichts Anziehendes für den Künstler 
weder in Bettes der Aufgabe, noch der damit verknüpften Bedinguns 
gen gehabt haben. Er ließ deshalb den Brief unbeantwortet, bis 
Schubart ihn mehrere Monate später daran erinnerte, wo es dann 
scheint, als habe er sich mit der Entschuldigung gerettet, daß er den 
Brief verloren haben müsse. Und damit mag diese Angelegenheit wohl 
beendet gewesen fein.
        

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