Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thorvaldsen's Leben nach den eigenhändigen Aufzeichnungen, nachgelassenen Papieren und dem Briefwechsel des Künstlers
Person:
Thiele, Just Mathias Helms, Henrik
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3286116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3287697
Pläne für das Schloß. 
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Vielleicht wünschen Sie unsere alte interessante skandinavische Mytho: 
1ogie zu kennen. Jn solchem Falle schreiben Sie an unsern Freund , Kauf: 
1nann Stub in Livotno, und bitten Sie ihn , er möchte Ihnen mit dem 
Courier den Theil von MalletI s däniseher Geschichte senden, welcher die 
Edda , ein wahres Meisterstück , enthält. Sie wird sich unter meinen Bü: 
chern vorfinden , und ich schreibe unserm guten Stub , Jhnen von diesen zu 
senden, was Sie fordern. Doch der Gedanke an unsere skandinavische My: 
thologie ist nur ein unverdauter, den Sie in keiner Weise aufnehmen dür: 
sen, wenn Sie sich eines Bessern entsinnen. Sie dürfen ßrh nur mit Jhrem 
Genie berathschlagen, welches Jhr Talent unsterblieh machen wird. Weder 
die Statue Bonaparte7s , noch die Monumente , welche dem Dante, Alsieri 
oder Andern errichtet werden, sind mit einer solchen Arbeit für das dänische 
Volk nnd die Burg zu vergleichen, die unserm König zur Wohnung dienen 
soll ;  ich bin ganz enthnsiai3n1irt von diesem herrlichen Plani sit 
Bei diesen jubelnden Gliickwiinschen eines so vornehmen und 
viclver1nögenden Mannes, wie der Baron v. Schubart, mußte uns 
set Künstler wohl annehmen, daß nun über diese Angelegenheit so 
gut wie entschieden sei, und daß er bald der ossiciellen Bestellung aus 
seinem Vaterlande entgegensehen könne. 
Jnwiefern diese neuen Gedanken im Verein mit den Rathschlii: 
gen Schubart9s, betreffend die Wahl der Gegenstände, sein Interesse 
von den Skizzen und Modellen abzog , mit welchen er sich um diese 
Zeit umgeben hatte, und die einem reinem und bessern Triebe ent: 
sprungen waren, darüber vermögen wir zwar nicht mit Bestimmt: 
heit zu entscheiden, doch will es uns bedünken, als sei dies Alles 
gleichsam fortgeweht worden, um neuen Arbeiten und einer sicherern 
Thätigkeit Platz zu machen, denn mit Ausnahme eines vereinzelten 
Entwurses, welcher sich später zu einem seiner bewundertsten Bas: 
reliefs entwickelte, scheint es , als seien nun alle die übrigen Verlas: 
sen worden, und später fast spurlos verschwunden. 
Thorvaldsen war nun in sein 35. Jahr getreten. Seine ge: 
schwächte Gesundheit, die seit seiner Ankunft in Rom lange an sei: 
net Arbeitskraft gezehrt und ihn oft weniger gestattete, den Jnspi: 
rationen der glücklicheren Augenblicke Folge zu leisten  ja selbst 
sein Leben bedroht hatte, war nun, Dank sei Montenero und den 
Reisen, zu welchen man ihn genöthigt hatte, in hohem Grade ge:
        

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