Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Tempel von Boro-Budur
Person:
Mahn, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3277870
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3278907
verfchiedenßen fymbolifchen Haltungen 
auf uns herabfehen. 
milde 
und abgeklärt 
Von 
Terraffe 
Zll 
Terraffe 
führen 
an 
allen 
vier 
Seiten 
Treppen in die Höhe, die mit reichverzierten und fehr 
fchönen Toren überdacht lind (Abb. 19 und 20). Die 
Wölbung diefer Tore ift vom architektonifchen Standpunkt 
aus fehr intereffant, denn die Steine find ebenfowenig wie 
an dem ganzen übrigen Tempel durch irgendein Bindemittel 
aneinandergeheftet, und da der Bogen {ich auch nicht felber 
trägt, fo Hellt er die primitivHe Art einer Wölbungskon: 
ftruktion dar. 
Man hat bei der Rekonftruktion des Tempels, die von 
holländifchen Gelehrten in  gottlob  fehr verftändiger 
Weife durchgeführt wird, hier und da nicht ganz auf die 
nachträgliche Anwendung von Kalk und Mörtel verzichten 
können, befonders, da Pcellenweife Senkungen vorgekommen 
find und bei der überall auf ]avas Boden fpukenden vula 
kanifchen Tätigkeit Einftürze zu befürchten waren (Abb. 21). 
Einzelne Partien mußten fogar zeitweife abgetragen werden, 
um fie beffer und neu zu fundamentieren (Abb. 22). 
Die Stufen der nach oben führenden Treppen {ind fehr 
lteil, und die Außenmauern im Verein mit den auf ihren 
Zinnen tronenden Tempelchen verwehren bis auf die geringe 
Torlücke jeden unberufenen Einblick von unten auf die 
höhergelegenen Terraffen: Wer dem Heilen Pfad nicht ge: 
wachfen ift, der mag unten bleiben. Die noch vor ihm 
liegenden Schwierigkeiten erkennt er erH von Grad zu Grad, 
je nach der Höhe, die er erklommen hat; nur nach dem 
Gipfel fchweift der Blick frei, wo hoch droben das Symbol der 
Erlöfung verheißungsvoll in deniblauen Äther ragt (Abb. 23). 
Hat der jünger {ich fo weit vervollkommnet, daß kein 
weltlicher Schein mehr ihn täufcht, und daß die Lockungen 
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