Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Tempel von Boro-Budur
Person:
Mahn, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3277870
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3278685
ihn lediglich als eine gegebene, bekannte Größe in die 
Rechnung ein und betrachtet das {ich aus {olcher Rechnung 
ergebende Fazit. In diefes vernichtende Dunkel leuchtet 
jedoch abermals das Licht der buddhiltifchen Erkenntnis mit 
verföhnender Löfung: Eine beftimmte Charakteranlage ift im 
Wechfelfpiel der Gefchehniffe unzweifelhaft nur ein Glied 
einer Kaufalitätskette, alfo in allen Handlungen von jeder 
Freiheit weit entfernt. Die buddhiftifche Erkenntnis rückt 
aber diefe Freiheit vom Tun in dasSein, denn daß der Menfch 
diefen feinen Charakter von ganz beftimmter Eigenart hat 
und keinen andern, das ift {eine freie Willensäußerungl 
Denn die in der Natur treibende und wirkende Kraft ift 
identifch mit dem Willen in uns, und die moralifche Welt: 
ordnung tritt {o in direkten Zufammenhang mit dem das 
Phänomen der Welt herltellenden Prinzip. 
Der Wille, der von allen Erfcheinungen das Ding an {ich 
i{t, enthält zugleich ihren Charakter, {o daß Sein und Bes 
fchaffenheit zufammenfallen. ,DerXV1lle ift nicht nur ein 
konftitutives, {ondern auch ein ethifches Prinzip, er hat neben 
{einer Bedeutung als höchfte Realität auchieine moralifche 
Wirkung. Denn ein jederWille ift einWille nach etwas, ein ganz 
beftimmtes Streben, deffen Ziel und Richtung eben den mora: 
lifchen Wert normieren. Alle We{en {ind Erfcheinungsformen 
und Schöpfungen einer außerzeitlichen Willensäußerung, und 
{ie verdanken diefer nicht allein ihre Exiftenz, {ondern auch 
das Wie ihres Da{eins. Sie {ind nicht nur, {ondern {ie {ind 
auch eben {o und nicht anders, weil der Wille {ie {o und 
nicht anders wollte. Die .phy{i{che und moralifche Welt: 
ordnung bedingen {ich gegenfeitig, im tieflten Grunde aber 
ift der Wille ein verderbter, daher fällt alles Leiden {einem 
{ündhaften Streben zur Laft. Alle Qualen der Welt, alle 
Schuld und Übel {ind Willensäußerungen, {ind Äußerungen 
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