Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Tempel von Boro-Budur
Person:
Mahn, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3277870
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3278565
diefer Natur felber. Diefer Wille Pceht nicht  womöglich 
fogar bewußt  außerhalb diefer Welt als fchemenhaft gött: 
liches Etwas und gibt feine Befehle an irgendwelche ge: 
horchenden Kräfte der Natur, fondern diefe Kräfte tragen 
den Willen in fich felber, {ie find durchaus felber Wille. 
Der Wille ift das Ding an fich, das den vom Verftande 
wahrgenommenen Erfcheinungen alsPrinzip, als motorifche 
Kraft, als causa efficiens zugrunde liegt, und was an Wundern 
der Natur uns umgibt, lind Erfcheinungsformen diefes Willens, 
ja, die Materie ift fubftanziierter Wille, nichts weiter, fo wie 
das Leben der fubßanziierte Wille zum Dafein iPt. Die Natur 
fchafft und bewegt nicht blind Dinge und Lebewefen, die 
von einem fpäter in fie hineingefetzten Bewußtfein ftaunend 
zur Kenntnis und in Benutzung genommen werden, fondern 
ein jedes Ding, eine jegliche Schöpfung, ein jegliches Ge: 
fchehen ift ein fich manifeftierender Wille.  
Und dies kommt in der verfchiedenartigften Weife zum 
Ausdruck; in taufendfältigen Formen beflügelt der Wille den 
Stoff und befeelt ihn zu den mannigfachften Wandlungen, 
denn was das chemifche Molekül in der Retorte zu neuen 
Verbindungen treibt, was die Sonnen des Weltenraumes in 
unfaßbarer Großartigkeit ihre Bahnen befchreiben läßt, was 
uns als Gravitation, als Elektrizität, als Magnetismus imponiert, 
das ift der Wille, der auf dem Felde der anorganifchen Welt 
in die Erfcheinung tritt als Drang und Streben. In höherer 
Entfaltung treibt er in Baum und Blume zum Lichte, erzeugt 
Blüte, Frucht und Samen und erreicht feinen Höhepunkt 
im Willen zum Dafein, zum Leben, der Tier und Menfch 
als ein brennender Funke befeelt und der {ie fich fortpflanzen 
und ernähren heißt. In jeder diefer feiner Erfcheinungsformen 
ift der Wille als ein einheitliches und unteilbares Ganzes zu: 
gegen, feine Sichtbarkeit jedoch, feine Deutlichkeit hat für 
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