Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Tempel von Boro-Budur
Person:
Mahn, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3277870
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3278537
Geletzes, in deffen Rahmen er {ich wie in einem engen 
Gefängniffe bewegt und über deffen finftere Mauern ihm kein 
freierer Blick vergönnt ift. Der naive Menfch empfindet 
diefe Feffel nicht, er {ieht nicht die kahlen Mauern, die ihn 
einengen, er nimmt wie ein in Gefangenfchaft geborenes 
Tier den von Gitterftäben umfäumten Käfig für die einzig 
mögliche, naturgemäße Umgebung; fein Hirn vermag die 
Freiheit, die es niemals kennenlernte, überhaupt nicht zu 
faffen und ahnt nichts von ihrer Exiftenz. 
.Nur zufammenhängende Ketten von Gefchehniffen, ein 
Hetes Weiterwandern eines einmaligen Anftoßes in, der Reihe 
von Begebenheiten ohne Anfang und ohne Ende vermag der 
Veritand zu faffen. Eine Wirkung ohne. Uriache ift ihm 
geradefo undenkbar, wie eine Urfache ohne Wirkung, ein 
einzelnes Gefchehnis, ein einzelnes Etwas, {ei es Begebenheit, 
Sache, Tier oder Menfch, ift ihm ifoliert und losgelöft aus 
dem Zufammenhange nicht faßbar, es gewinnt nur Form, 
Dafein und Leben, foweit es in Beziehungen {teht zu andern 
gleicher Art, mit denen es nach dem Gefetze der Kaufalität 
verknüpft iit, die es nach diefem bedingt, und denen es in 
gleicher Weife {eine Exiftenz verdankt. 
Und wie der Verftand völlig in den Ketten diefes Kauz 
{alitätsgefetzes liegt, {o {ucht er ihm überall die unbedingteHe 
Herrfchaft zu verfchaffen und duldet abfolut keine Aus: 
nahmen. Was {einem Szepter {ich nicht beugen will, dem 
wird in der einen oder andern Weife der Garaus gemacht, 
wie wir das oben an dem Schickfal der moniftifchen Ethik 
kennengelernt haben, und handelt es {ich um konkretere 
Dinge, bei denen {ich dies Verfahren nicht {o leicht und 
unbemerkt durchführen läßt, fo wird  wennfchon nicht 
ohne eine gewiffe Verlegenheit  darüber zur Tagesordnung 
übergegangen. Was keine erkennbare Urfache hat, das hat 
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