Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Tempel von Boro-Budur
Person:
Mahn, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3277870
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3278435
es. „Was meint ihr, ihr Jünger, was ift mehr, das Waffer, das 
in den vier großen Meeren ift, oder die Tränen, die gefloffen 
und vergoffen find, wie die Menfchheit auf diefem weiten 
Wege umherirrte und wanderte und jammerte und weinte, 
weil ihr zuteil wurde, was fie haßte, und nicht zuteil wurde, 
was fie liebte?" 
Geblendet von den  natürlich rein äußerlichen  Er: 
folgen feines Verftandes empfindet der Moniß diefe Kon: 
fequenzen auf ethifchem Gebiete nicht als Übel, er beugt fich 
ihnen widerfpruchslos, fein Verftand ift fein Götze, der ihn 
völlig beherrfcht, den er blind anbetet, und mag fein Dogma 
_noch fo abfurd und Widerfinnig fein, er preift es als aller 
Weisheit letzten Schluß. Der Monift fieht nicht den Zu: 
fammenbruch feiner Ethik unter der Knute des Verftandes. 
Was fich mit logifchamathematifcher Elle nicht meffen läßt, 
das hat für ihn keine Exißenzberechtigung, das ift mittel: 
alterlicher, überwundener Aberglaube, und auf verftandes: 
gemäßer Grundlage fchafft der Monift fich eine neue Ethik, 
deren Unmöglichkeit wir oben kennengelernt haben. 
Und damit find wir an dem Punkte angelangt, der es 
klar werden läßt, warum der Buddhismus als die Reaktion 
höherer Einficht auf die unter dem Sammelnamen "Monismus" 
ftehenden Geiftesrichtungen anzufehen ift. Dem MoniPcen 
find die Refultate feines Verftandes mit feiner mechaniftifchen 
Deutung der Welt und des Lebens und feiner verPcandes: 
gemäßen Pfeudoethik die herrlichPte Großtat des menfchlichen 
Geiftes, dem Buddhismus dagegen lind fi-e der Fluch diefer 
Welt und des Menfchen und die Quelle der leidvollen Er: 
bärmlichkeit diefes Dafeins.  
Wir {tehen gleichzeitig vor des Rätfels Löfung, warum 
der buddhiftifche Gedanke in unferm Jahrhundert plötzlich 
in Europa, die Religion der Entfagung im Lande des 
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