Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Tempel von Boro-Budur
Person:
Mahn, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3277870
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3278389
knüpft {ich an die Namen von Büchner, Häckel und 
Oftwald, deren philofophifcher Standpunkt die letzte traurige 
Konfequenz deffen repräfentiert, was der blinde Götzendienft 
unferes Verftandes zu zeitigen vermag. Schon ihre zunächft 
rein kritifch negierenden Beltrebungen und Auslaffungen 
hatten in allen Kreifen philofophifcher Schulung befremdetes 
Kopffchütteln hervorgerufen, und die Rekrutierung ihrer 
Gemeinde vermochte {ich nur auf die Kreife offenkundiger 
Unbildung oder aber einfeitiger Fachbildung zu erltrecken. 
Als nun gar zum Schluffe der derzeitige Führer des Moniften: 
lagers, der Phylikprofeffor Wilhelm Oftwald, in den Fuß: 
tapfen Ernft Häckels es unternahm, feine Lehre auch nach 
der ethifchamoralifchen Seite abzurunden, da mußte dies-mit 
dem kritifchenVerPtande als Grundlage zu Refultaten führen, 
die ihre Unhaltbarkeit und Abfurdität auf der Stirn tragen. 
Man vergegenwärtige {ich nur richtig, was es heißen will: 
Ein Moralgefetz auf verftandesgemäßer Grundlage! Eine 
contradictio in adjecto! Das Kriterium einer jeden Moral 
ift es ja doch gerade, daß fie mit dem Verftande nicht das 
allergeringüe zu fchaffen hat, ja, daß fie ihm diametral ent: 
gegenläuft, weil ihr Grundzug die Uneigennützigkeit, die 
Aufopferung, dieSelbftlofigkeit darftellt, während demVer: 
ftande nur egoiftifche, alfo abfolut amoralifche Handlungen 
und Regungen verftändlich lind. 
S0 fiel denn auch das von Oltwald in die Welt gefetzte 
und von den MoniPten gepriefene Moralgefetz völlig egoiftifch 
8118 und hat zudem mit der Moral überhaupt nicht das Aller: 
mindeHe zu fchaffen. Es lautet: Es darf keine Kraft ver: 
geudet werden! 
Risum teneatis amici! Es ift fchlechterdings nicht ein; 
zufehen, Wiefo Ökonomie in irgendwelcher Richtung und 
auf irgendwelchem Gebiete mit der Moral inWechfelwirkung 
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