Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Spemanns goldenes Buch der Kunst
Person:
Spemann, Wilhelm Becker, Felix
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3263589
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3271024
Der 11iun1Isan1m1er. 
Nrv. 965. 
nährend solche Gemälde heute eher 
m Preise zurückgegangen sind, ent: 
prechende Gemälde von Ruisdael 
cber.mit 30s100 000 Mark bezahlt 
oerden.  
 Diese gleichmäs31ge Wertschätzung 
ver verschiedensten Kunstrichtungen 
ft überhaupt eine moderne Er: 
Eungenschaft. Jm Anfange des 
L9. Jahrhunderts wurden die älte: 
ten Schulenshöchstens als histo: 
sische Kuriositäten betrachtet und 
nur von einzelnen Liebhabern und 
ür geringe Preise gesammelt; die 
Bilder der französischen Meister des 
.8. Jahrhunderts wurden sogar 
roch bis vor 50 Jahren als Werke 
des  ,,tiefsten Versallslt betrachtet 
end erreichten daher nur ganz ge: 
linge Preise, während man für die 
stemälde der Eklektiker und Manie: 
isten noch hohe Summen zahlte.s 
Sehr eigentümlich ist die geringe 
Zchiihung, die in Holland im vor: 
leschrittenen 17. und im 18. Jahr: 
Iundert im allgemeinen die großen 
Meister der hol1cindisrhen Schule 
anden: während Jtaliener aller 
M, oft Maler ohne jeden künst: 
erischen Wert, während die Bilder 
Der vlämischen Schule, die späten 
nanierierten Hollcinder mit A. van 
set Werff an der Spitze hoch be: 
ahlt wurden, erreichten die Bilder 
Don Rembrandt, Hals, P. de Hooch, 
Iermeer, Hobbema,Jacob van Ruis: 
dael u. s. f. mit seltenen Ausnah:s 
Ren nicht den zehnten, oft nicht 
sen hundertsten Teil der Preises 
euer Maler und gingen daher rasch 
Ius dem Lande. Allbekannt ist,i 
saß die großartigen Kunstsan1m: 
ungen Rembrandts3, darin etwa 
Echzigs seiner Gemälde, alle seine 
iiadierungen und Tausende seiner 
3eichnungen, um weniger als 5000 
Hulden versteigert wurden, während 
re.heute eine Reihe von Millionen 
rzielen würden. Diese Erscheinung 
st um so auffälliger, als wir eine 
ähnliche Verkenuung und Entwer: 
 tung der Werke ihrer großen Meister 
Nin keinem andern Lande bemerken, 
sweder in Jtalien noch in Spanien 
oder in Deutschland, selbst nicht in 
der Zeit der tiefsten iBedrangnis. 
Jst noch früherer Zeit, im 16. 
und namentlich im 15. Jahrhundert, 
wurden diegGen1älde älterer Kunst: 
ler oft verhältnisu1äfzig höher als 
im folgenden Jahrhundert bezahlt, 
da die Zahl eine weit kleinere und 
es schwieriger war, sie zu bekommen. 
Auffcillig ist uns heute jedoch, wie 
viel höher die Ueberreste der An: 
tike, namentlich. Ka1neen und de: 
korative Schmuckstücke, gewirkte 
Tapeten u. dgl., geschätzt wurden; 
man zahlte eben weit mehr den 
Arbeits: und Materialwert als den 
eigentlichen Kunstwert. Um ein 
Beispiel zu nennen, finden wir im 
Jnventar des Lorenzo Maguisico 
die berühmte Tazza Faruese aus 
Sardonyx auf 10.000 Goldgulden 
bewertet, Bilder von Sandro Bot: 
ticelli nnd Fra Filippo Lippi da: 
gegen auf 10, ein Frauenbildnis 
von Domenieo Veneziano auf 6 
Goldgulden, welches letztere allein 
heute mindestens 50000 Mark ge: 
schätzt werden müßte. Besondere 
Vorliebe hatten die italienischen 
Sam1nler dieser Zeit für die klei: 
neu Bilder der altniederländischen 
Schule, nicht nur für den damals 
schon vor allen geschenkten: Jan van 
Ehck und seine Nachfolger, sondern 
auch für die späteren Landfchafts: 
umler, wie Henry de Bles und 
Joachim Patinier, und für die Mai: 
ler der phantastischen Spnkgeschich: 
ten, namentlich Hieronymus Bosch. 
Die bedeutenderen Werke des. leg: 
teren wußte fast alle Karl V.. an sich 
zu bringen, mit denen er feine ab: 
ges chiedene Klause im Escurial aus: 
fchu1ückte.  
965. Die Erhaltung und Re: 
ftnuricrung alter Gcmiildc.c Fürdie
        

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