Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Spemanns goldenes Buch der Kunst
Person:
Spemann, Wilhelm Becker, Felix
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3263589
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3270923
1lieblJabrrIscii11sky . 
1led2rplaI1ilc. 
Nro. 
954s 
s955. 
utem, nicht briichigem oder leicht 
eißende1n Papier, am besten auf 
Saus l e i n en angefertigt, wird 
iit Reiszstiften so befestigt, das; 
ie letzteren stets in Kontnrlinieu 
es Musters3 treffen, weil sonst 
as entstandene Loch die fertige 
irbeit entstellt. Die Pause muss 
urchaus fest auf dem Leder haften, 
a beim Durchpausen der Druck 
orizontal wirkt, und die Pause 
dicht losreißt nnd verschiebt, wo: 
urch alles von vornherein ver: 
orben wäre. Am kliigsten thut, 
Der die Pauslein1vand so groß 
immt, daß sie rings sum das 
ederstück um einige Centinieter 
orragt,i und um letzteres hernm:s 
esihlagen, auf der Rückseite des:s 
ilben mit Reiszstiften festgesteckt; 
ierden kann. Doch müssen in; 
de größere Zeichnung noch einiges 
5tifte auf die Vorderseite Lin 
ontnrlinienJ kommen, schon um 
le Pause fest auf der Lederfläche 
: erhalten so daß keine Benlen 
ctstehen, welche sichere fehlerlose 
inienführung erschweren. Mit dem 
7wähnten Pansftift werden nun 
Tle Linien gleichmäßig unter 
.ichtem Druck nachgefahren; den 
chtigen Grad des Druckes hat 
Lan bald weg. Der Stift, wie 
as. Messer nachher, sollen senkrecht 
3halten werden. Nach dem Durch: 
ansen nimmt man diesPause fort 
ad kontrolliert genau, objede Linie 
chtig auf dem Leder eingedrückt 
:steht. Kleine Fehler lassen sich 
:1sbessern: die Stelle wird wieder 
1gefeuchtet und mit Falzbein oder 
:rgl. so lange glatt gestrichen, 
L der Fehler verschwindet; oft 
Der gelingt dies nicht ganz, resp. 
er Fehler erscheint plötzlich zuletzt 
jeder, nach dem Beizen. Darum 
orsicht, Ruhe und sichere HandI 
954. Schneiden und Nachfahren 
IlufreißenJ des Kontnrs. Bei 
.ler weitern Arbeit schütze man 
sdas Leder durch 9luflegen von 
Papierstiicken auf dieStellen, welche 
die Finger berühren: die minimale 
aber stets chemisch nachweisbare 
Ansdünstung der Haut ergiebt 
Flecken, welche beim Beizen störend. 
zu Tage tretenl  Es erfolgt 
nun das Schneiden, über welches 
bereits gesprochen wurde. Der 
Zug des Messers sei stets langsam, 
gleichmässig schiebend. Die Tiefe 
sdes Schritts richtet,sich nach der 
iDicke des Leders; ungefähr bis 
zur halben Dicke sollte stets die 
Messerspitze eindringen. Eine ver: 
schnittene Linie ist nicht zu repa:l 
rierenl  Man schneide nur die 
Kontnren, nie die leichten Jnuen: 
linien, Vlattrippen oder dergl., 
denn letztere kommen erst beim Mo: 
dellieren zur Behandlung.  Sind 
alle Schnitte gemacht, so nimmt 
man den Pausstift nochmals vor 
und fährt, nachdem das Leder. 
abermals angeseuchtet ist, alle 
Schnitte genau nach, wodurch sie 
breit nnd deutlich werden und 
bleiben. 
955. Treiben und Uuterlegcn. 
Bei der Betrachtung fertiger Leder: 
plastikarbeiten wird man bemerken, 
daß einzelne Teile der Zeichnung, 
Blätter, Blumen nnd dergl. wöl: 
big hervortretende Stellen haben, 
wodurch das Ganze erst seinen 
plastischen Wert bekommt und aus: 
sieht, als seien diese Ornamente 
aufs Leder aufgelegt, während sie 
doch mit diesem aus einem Stück 
sind. Dieses Hochwölben geschieht 
durch das Treiben. Die Stelle 
wird stark naß gemacht, und ein 
geeignet geformter hohler Gegen: 
stand darauf gelegt, das Ganze 
umgekehrt auf den Tisch gelegt und 
die betreffende Stelle, unter welcher 
der Gegenstand also liegt, durch 
Druck oder Hämmern tief gepreßt. 
Der erwähnte ,,GegenstandU heißt 
bei Fachleuten ,,Treibringll, sieht
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.