Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Spemanns goldenes Buch der Kunst
Person:
Spemann, Wilhelm Becker, Felix
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3263589
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3270852
Nro. 937s 
s938. 
Het1dlikZ. 
Dann wird mit Aquarellfarbe Cbraun 
und schwarzJ ein ganz feiner Ueber: 
zug übers Ganze gegeben, der ganz 
gleichmäßig verrieben wird. Nun 
wird alles herausradiert, was weiß 
bleiben soll; hierzu dient ein kurz: 
geschnittener Borftpinsel, der in 
Firnis getaucht und sofort abge: 
wischt und ausgerieben wurde; er 
wirkt dann kammartig, und nimmt 
den Aquarellton, der inzwischen 
getrocknet war, ganz oder halb weg; 
feine Punkte und Linien radiert 
man lieber mit einer Nadel oder 
Mesferspitze. Schatten müssen wie: 
der mit der zuerst angewandten 
schwarzbraunen Umrißfarbe hinein: 
gemalt werden, nachdem die be: 
treffenden Stellen mit Petroleum 
leicht angefeuchtet waren; man lege 
den Schatten nur in schraffieren: 
den Strichen, nicht in ,,TonU anI 
Ob man den Hintergrund durch 
völliges Wegnehmen der Aquarell: 
farbe weiß machen resp. lassen, 
oder durch Radieren ein einfaches 
fortlaufendes Muster einzeichnen, 
oder endlich durch Auftrag einer 
andern Farbe beleben will, richtet 
sich meist nach dem dargestellten 
Objekt. Ein Wappen z. B., das 
nur in schwarz und gelbbraun aus: 
geführt ist, darf keinen farbigen 
Hiniergrund bekommen, denn sonst 
müßte es selbst schon in Cheraldisch 
richtigen; Farben ausgeführt sein. 
Außerdem sind bunte Farben schwie: 
riger zu behandeln, und erfordern 
wenigstens zweimaliges Brennen, 
während obige einfache Art mit 
einem Brande vollendet ist. 
937. Glasmalerei:Imitationcn. 
Obgleich im allgemeinen in diesen 
Spalten für das spielende, un: 
künstlerische J1nitieren kein Raum 
sein soll, so ist doch zu Gunsten 
der Nachahmung von Glasmalerei 
eine Ausnahme wohl berechtigt. 
Diese Berechtigung ist die Folge 
jener eben erwähnten Schwierig: 
keiten der echten Glasnmlerei, sc 
wie des ganz natürlichen Bestrc 
bens, auch die Fenster in den Bi 
reich der Zierkünste zu ziehet 
Ueberdies werden wir im Folget 
den Jniitationen begegnen, die zu1 
Teil schon durch Danerhaftigke 
und künstlerische Ansgestaltungk 
fähigkeit eine höhere Nangstufe ei: 
nehmen als der bloße ,,Gschnaaßt 
 Ehe wir aber das einzeln 
näher betrachten, möge eine Hanps 
regel hier Platz finden; eine Wa1 
nung vielmehr: ein in bunten Fa1 
ben strahlendes Fenster darf m 
da angebracht werden, wo der Aus 
oder Einblick unnötig ist. Nicht 
ist thörichter, als ein gemalte 
Fenster dort anzubringen, wo di 
freie Aussicht eigentlich Verlang 
werden kann, oder wo das rein 
weiße Licht zur Arbeit oder zur 
Erhellen des ZimnIers überha1u 
verlangt werden muß. 
Die Hauptschwierigteit bei im 
tierten Glasmalereien liegt im Ve1 
wenden möglichst lichtbestiindige 
Farben; die nnvergängliche Pracl, 
der echten, gebrannten Glasmaleri 
beruht in der Lichtbestandigkei 
Oelfarben z. B., die auf Gemiilde 
jahrhundertelang ihre Kraft bei 
behalten, bleichen, auf Glas gk 
strichen, leichter aus. Besonder 
die schönsten, d. h. durchscheineni 
sten. Doch ists es wohl meist nicl 
die Absichtdes Privatkünstlers, ewi 
dauernde Werke zu schaffen: di 
Wohnung muß gewechselt werde: 
und leider oft  die Scheibe 
auch. So ist es denn nicht us 
vernünftig, hier das Bemalen di 
Fenster mit Oelfarben zu en 
pfehlen; Unglücksfälle abgerechne 
wird die Malerei immer lange ge 
nug halten. , 
938. Oelfarbcn. Man entwirs 
das betr. Gemälde Centweder an 
der Tiefe des Gemüts geschöpf 
oder von guten Vorlagen durCi
        

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