Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Spemanns goldenes Buch der Kunst
Person:
Spemann, Wilhelm Becker, Felix
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3263589
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3270352
Nro. 825 
s826. 
5e11dlisz. 
nahe das einzige beliebte kunfttech:  
uifche Werkzeug, ähnlich wie vors 
kurzem der Vre1instift. Es ist eins 
sehr 1iiitz,likhes Ding, aber feinef 
Leistungen allein geniigen lnum,I 
um 1virklidh Kiiuftlerische;3 zu ftaude  
zu bringen. Für jeden aber, der 
mit .L1olzarbeiten sich befaf3t, oft auch 
ftir Blecharbeiten und das Zurichten 
von Jntarsia1naterial wird die Laub: 
fiige von Wert bleiben; 11nd wenn 
wir ihre Anwendung hier als be: 
kannt voraus3fet3en, so erwähnen wir 
sie doch, um vielleicht dein vergesse: 
neu Sägebogen zu der ihm ge: 
bührendcn 2lShinng Wieder zu ver: 
helfen. Die Tischplatte soll für 
Laubsägearbeit s1ets:3verftellbar her: 
gerichtet sein Cähnlich den Noten: 
pultenJ, da oft schriiger Schnitt 
geradezu Bedingung ists 
 Beizen, Wcuhsru, Larkic: 
rcn und Polieren. Diese Neben: 
künste etwas zu verstehen, ist für 
die ,,HolzwiirnierU absolut nötig. 
Die wenigsten aber nehmen fich die 
Mühe, beim Schreiner darin einen 
kurzen Unterricht,zn nehmen. Das 
geringe Lehrgeld madht sich reich: 
lich.be:,ahlt durch die Sicherheit; 
keine Arbeit mehr zu verderben.s 
Gute Beizen giebt7s fast überall,z 
sie werden aber gedankenlos auf 
fettfleckiges, feuchtes oder von 
Harzftreifen durchzogenes Holz an: 
gewendet; und die vorher so gut 
gelungene mühevolle Schnil3erei ist 
verdorben. Nichts leichter als 
Wachsen: Die Lösung aufstreichen 
und bürsten bis zum Trocken1oerdeu. 
Aber eben nichts weitert Nicht zehn: 
mal wachsen Cum mehr Glanz zu be: 
kommend oder mit 1vachsverklebter 
Bürste feine Kerbfchnittarbeit ver: 
derbenl Lackieren, besonders aber 
Polieren, läßt sich nur im Zuschauer: 
lernen, alles Befc;reiben hilft nicht 
gegen das zuviel oder zuwenig,. das 
zustark oder zuleicht. 
 826. Vergoldcn und Versilbern. 
Die gute, echte Vergoldung it 
fch1oierig,s aber giebt doch die ein 
zig soliden, schönen Resultate. D 
man oft in die Lage kommt, zu 
sVerschbnernng Gold refp. Silbe 
anzu1oenden, so ist einige Uebnn 
darin nicht ohne gute Frucht. Di 
echte, oder, nach dem zur Verwen 
dnng kommenden Branntwei: 
,,Schnapsvergold1t1cgU, bedarf eine 
Vergoldergrundes, der ans fein 
ster Kreide CChina: oder Chan1 
pagnerkreideJ und feinsten: Lei1 
besteht. Die Masse wird öfter 
aufgetragen, die letzten Schichte 
immer mehr mit Leimwasfer ver 
ditnnt, und nach vollem Trockne 
abgeschlisfenCGlaspapierJ.DieGold 
resp. Silberblattstückchen müsse 
nun vorgerichtet, d. h. zugeschnitte 
werden; denn jetzt kommt die heikl 
Arbeit: das Anflegen. Mit Mixtios 
refp. Poliment Ctäuflich zu haben 
wird ein Stück der Fläche beftrichei 
so gross als das aufznlegende Blät1 
eben; dieses wird, am besten Ins 
einem Pinfel, aufgenommen un 
faltenlos auf die nasse Stett 
gelegt; dies gelingt im Anfc1n 
nie, aber man verziueifle nicht un 
stos3e auch keinen Seufzer aus, den 
das Gold verträgt keinen ,,Win,dt 
Bergolderkissen nnd :messer iun 
sonstige sHilfsapparate des VC1 
golders braucht nur, wer sehr St 
oergolden muß. Beim Aufbringe 
des Goldes läßt der FachmaU 
meist das Poliment erst trockne 
und fe3:chtet es dann im Mo1nek 
des Goldanflegens mit einem, I 
.5s.ornbranntwein gemachten Pinst 
wieder an. Das Polieren kat1 
ierst am nächsten Tage gesckJEhW 
ein eigens hierzu finger: oder how 
förmig geschliffenen AChat ist, d.At 
nötig; für selten vo.rko1nn1ende Bei 
goldnngsoerfuche leiht. ihn. wol 
ein Vergolder. Das V,erfilbern Z 
dasselbe wie das Vergolde,N; WI 
iman dass polterte Stück aber I
        

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