Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Spemanns goldenes Buch der Kunst
Person:
Spemann, Wilhelm Becker, Felix
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3263589
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3269529
Edtlmekal1. 
tragen. werden, daß es die Form 
des umkleideten Körpers nicht ver: 
ändert. Jn unvollkommener Weise 
erzielt dies die älteste Form der 
Vergoldung, das Aufhämmern eines 
möglichst dünnen Goldbleches auf. 
den Vronze: oder Silberkörper. 
Für die Zwecke der Vergoldung 
wird das Gold durch ein eigenes 
Gewerbe,die ,,GoldschlägerU CHaupt: 
sitz NürnbergJ bis zur Diinne des 
Blattgoldes verarbeitet. Es kann 
durch Klebstoffe, Oele, Harze auf 
der Unterlage befestigt werden: 
kalte Vergoldung. 
; Die edelste Form der Vergoldung  
1stdieFeuervergoldung. Das 
Gold wird in Quecksilber aufgelöst 
und als dünner Brei cAmalgamI 
A,Ufgetragen; im Feuer verflüchtigt 
sich das Quecksilber, das Gold haftet 
als aufgeschmolzene dünne Schicht 
unlöslich auf dem Körper. Bis 
zum XVI.1. Jahrhundert hat man 
weitaus die meisten Silberarbciten 
nicht in ihrer natürlichen Farbe, 
sondern in Bergoldung hergestellt. 
Die sranzösische Sprache hat für 
vergoldetes Silber ein selbstän: 
diges Wort, vem1eil. 
Bei der Vergoldung zieht sich die 
weiche Goldmasse beim Schmelzen 
in die Vertiefungen, so daß die 
Model1ierung ein wenig abge: 
f4hnZächt wird und die Höhen des 
Reliefs sowie die Kanten schwächer 
bedeckt sind. Nach längerer Be: 
nutzung wird daher die Goldschicht 
auf den Höhen abgerieben, das 
Silber schimmert durch und es ent: 
steht zunächst die bekannte sehr 
malerische Wirkung alten Silbers, 
dessen Höhen lichter erscheinen. Bei 
noch weiterer Abnuhung tritt jedoch 
das Silber frei zu Tage und oxy: 
    
n eine um ee re, 
wird. g g h Wehe 
Jn neuester Zeit giebt man mit 
Vorliebe durch die galvanische 
Vergoldung dem Metall eine 
erstaunlich dünne gleichmäßige Gold: 
decke, die an den vorspringenden 
Kanten etwas stärker aufliegt. Das 
Verfahren ist sehr viel leichter, als 
die Vergoldung mit Quecksilber, 
aber bisher ist es nicht gelungen, 
dem galvanischen Gold die Dichtig: 
keit und den leuchtenden Schmelz 
des Feuergoldes zu geben. 
Die Versilberung wird in 
gleicher Weise auf Kupfer oder 
Messing ausgeführt. 
Beide Formen der Vergoldung 
ermöglichen es, einen Metallkörper 
tei lweis emit Golddzu bedeckefn.lsj;Jn 
der  ierver ol ungU ca : 
lich enZizajl brung genanntJ vergoldet 
man auf Kupferplatten den Grund 
und spart durch Abdeckung ein 
Muster aus; wenn dieses Muster 
braun oxydiert, so hebt es sich dunkel 
vom Goldgrund ab; in dieser Tech: 
nik sind die schönsten uns er altenen 
Flachornamente des XIILsX111. 
Jahrhunderts an den Reliquien: 
kästen des Rheinlandes ausgeführt. 
 Eine Teilvergoldung durch Auf: 
thämmern ist das Tauschieren. 
Man kann nur ein weiches Metall 
auf ein härteres aufhämmern, daher 
nur schwer das Gott; auf dass Silber, 
dagegen sehr gut old un Silber 
auf Bronze, vornehmlich aber auf 
Eisen. Es giebt hierfür zwei Ver: 
fahren: D Die Fläche des Eisens 
wird rauh geschlagen wie eine FeLle, 
die gewünschten Ornamente wer en 
xaus dünnem Gold: Coder Silber:J 
 Blech ausgeschnitten, aufgelegt und 
sodann wird das Stück wieder glatt 
gehctmmert, wobei die Goldblattchen 
durch das Uebergreifen der aufge: 
rauhten Teile unlbslic; fest mit der 
Platte verbunden werden. Die Um: 
risse werden hierbei nicht scharf, 
man ist daher auf einfache Muster 
ohne besonderen Ausdruck ange: 
Wiesen. 2J Die gewünschte Zeich: 
nung wird in die Eisenpl,atte ver:
        

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