Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Spemanns goldenes Buch der Kunst
Person:
Spemann, Wilhelm Becker, Felix
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3263589
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3264547
Nro. 
111. 
gleichen oder verwandten Mitteln 
wiederzugeben nnd weiterzubilden 
strebte, reichte, sobald die Aufgabe 
erwuchs, selbständige Kunst1v er k e 
größeren Mas3stabes zu schaf: 
sen, der fremde Einfluß kaum über 
die allgemeinsten Anregungen hin: 
aus; denn Werke der großen Kunst 
fremder Steimmeund Völkerzn sehen, 
hattennur einzelne Griechen vielleicht 
aufHandelsfahrteuGelegenheit ; das 
waren aber sicher nicht dieselben, 
die in der griechischen Heimat 
Götterbilder und Darstelluugen von 
Menschen als Weihgabe an die 
Götter oder als Schmuck des Gra: 
bes zu gestalten oder Bauten aus: 
zuführen hatten. Diese kannten 
als Vorbilder nur eben jene Werke 
der Kleinkunst, die weder für die 
Technik noch die Formgebung ihnen 
zum Muster dienen konnten; da: 
für1vareu sie ganz auf sich an: 
gewiesen und so erklärt sich die 
befremdliche Erscheinung, daß neben 
einer hochentwickelten, zu konsequent: 
ter Stilbildung vorgedrungenen 
Kleinkunst im siebenten Jahrhundert 
die große Kunst noch in den ersten 
tastenden Anfängen steht, vor allem 
die Plastik, während in der Bau: 
ku nst das praktische Bedürfnis der 
verflossenen Jahrhunderte offenbar 
den Faden mykenischer Tradition 
nie ganz hatte abreißen lassen, so 
daß der Architekt seinen Aufgaben, 
wenn auch ohne festen Formen: 
schatz, doch nicht ganz so hilflos 
und voraussetzungslos gegenüber: 
stand, wie der Bildhauer. Erhalten 
sind zwar keine Bauten, die mit 
Sicherheit dem siebenten Jahr: 
hundert zngeschrieben werden kön: 
neu; aber die Reste älterer Bauten 
in den Fnndamenten von Tempeln 
aus dem Anfang des sechsten, wie 
dem Bnrgtempel O zu Selinus und 
dem Heratempel zu Savios be: 
weisen, daß schon im siebenten Jahr: 
hundert ganz ähnlich gebaut wurde 
eh, begünstigt durch die offenbar 
ein Stamm schon eigene Neigung 
 etwas üppiger voller Formen: 
ebnng. 
111. Siebentes Jahrhundert 
. Chr. Das Vorbild dieser gegen: 
her der geometrischen so viel glanz: 
olleren und inhaltreicheren oft: 
riechischeu Kunst und in vielleicht 
och höherem Maße der direkte 
Einfluß der durch phönikische Händ: 
er massenhaft verbreiteten Erzeng: 
isse der orientalischen Kleinkuust 
essen im siebenten Jahrhundert 
ann auch da, wo bisher der gen: 
cetrische Stil herrschte, eine neue 
dekoratious1veise entstehen, als 
even bekannteste Vertreter die ko: 
inthischenVasengenauntsein 
cögeu: phantastische Fabeliveseu, 
Tiere, die nie auf griechischen: Bo: 
en heimisch waren, bilden das 
eroortretende Element der Dein: 
ition, und Rosetten iverdeni 
t verschwenderischer Fülle dazwi:; 
Den ausgestreut, aber auch einzelne 
5ceneu aus der griechischen Götter: 
nd Heldensage und aus dem täg: 
CHOR Leben gelangen zur Dar:. 
ellung. Alles wird im Gegensatz 
In der mehr zeichnenden Art derJ 
7Uheren Stile in vollgefülltenl 
hwarzen Silhonetteu auf helleni 
IkFJ1d gesetzt, die Angabe der nn:7 
7IaBl1then Jnnenzeichnung nachträg: 
Oher Gravieruug vorbehalten ; durch 
unkelrote, stellenweise auch weiße 
1eckfarbe werden einzelne Teile 
3sonders heroorgehoben. Man 
:nkt wohl an eingelegte Metall: 
:beiten als Vorbilder, und in ein: 
:legter ArbeitCElfeubein und Gold 
I .CedernholzJ war auch das groß: 
IkFgfte Denkmal dieses Stiles aus: 
3fUhkt, von dem wir Kunde haben, 
se sog. Lade des Kypselos 
an Tempel der Hera zu Olympia. 
3Uhxend so die Kleinkuust sich, 
mittelbar an fremde Vorbilder 
IfThlIef3en konnte, die sie mit
        

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