Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Spemanns goldenes Buch der Kunst
Person:
Spemann, Wilhelm Becker, Felix
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3263589
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3266070
RtV. Z01s 
Dr. Ist. KmapPi 
Norden die neuen, durch das. Chri: 
stentum allmählich zu höherer Kultur 
erhabenen Volkselemente nach einer 
Aussprache, die in der Malerei zu: 
nächst in den Mi,niaturen at: 
lein zum Ausdruck kommt. Ge: 
währte sie.doch, ausgehend von der 
antikenund,altchristlichenPergament: 
illnstration  die.Wiener Genesis 
nnd der Wiener Codex des Dios: 
korides3 Lea. 500J zeigen herrliche, 
noch ganz im Geist, der Antike 
empfundenesi Miniatnren  der 
Malerei die größte Freiheit. Nu: 
stürliaJ herrscht der religiöse Geist 
der Kirche ganz vor. Waren doch 
die Künstler Mönche, meist aus dem 
Orden der Benediktiner, welche zu 
gleicher Zeit den Text s.schrieben. 
Die ältesten Miniaturen, die zu 
gleicher Zeit kräftigesAnsäHe loka: 
ilen Kunstgeistes zeigen, sind die 
irischen mit ihren großen sJni: 
tialen, der geometrischen Flächen: 
dekoration und Ornanienten, den 
Technikendes Flechtens. und Webens.  
entnommen. Jn Deutschland 
treten dann zu dem Bandgeflecht 
alte, phantasievolle Tiergebilde hin: 
zu und in den sKlosterschulen von 
Fulda, Reichenau, St. Gallen re. 
entwickelt sich die zum Teil zuerstI 
irische Kunst unter karolingischem 
Einfluß weiter CUtrechter PsalterJ. 
Unter den Ottonen macht sich in 
der sächsischen Miniaturmalerei an: 
.tiker Einfluß in einem feineren 
.Stilgefühl und eine durch die Be: 
iziehungen zu Byzanz hervorgerufene 
Besserung der,Technik bemerkbar. 
Die Ausführung ist im Norden 
Deutschlands eine kräftige Jllumi: 
niernng in breiten Deckfarben, with: 
rend in St. Gallen und Burguud eine 
mehr zeichnerische, zarte Behandlung 
mit dünnen Aquarellfarben bevor: 
zagt wird. Der erste große Auf: 
schwang in der. germanischen Kunst, 
dieromanischeGpochewegen der 
auf romanische Formen gegründeten 
Architektur genannt, befördert ein 
eigene Auffassung und zu gleiche 
Zeit einen strengeren architektoni 
schen Stil. Es entwickelt sich im IS 
Jahrhundert, durch die.Kreuzzüg 
begünstigt, ein großer Formeusin1 
der in einer feinen plastischen Aus 
fassung und guten Durchbildun 
der Gestalten sich geltend matt, 
sin der rheinischen Schule .,,Hortu 
de1iciarum der Herrad von.LandL 
bergtti und das Bruchsaler Evange 
liarium, in der sächsischen Sehnt 
das Evangelic1rium von dem .Mönk 
Heriman u. a.J. Leider erfolgt 
nur zu bald durch innere Zwistix 
keiten der Untergang der Hohn 
staufen im Kampf gegen die Kirchi 
der Verfall des deutschen Reiche; 
12.s14. Jahrhundert. 
201. Frankreich. An die Stett 
trat Frankreich. Hier hatte sich da 
natiouale Element früh entwickel 
Ludwig 1X., der Heilige, hatte ein 
Kräftigung des Bürgertums un 
die Konzentration der Studien i 
Paris sehr befördert.  
Damit beginnt die glänzend 
Epoche der Gotik und wird di 
erste Schritt zur Befreiung der Kun 
von den Fesseln.der internationale 
Kirche gethan, bis zu einer nati1 
snaleni Volkskunst.i Die streng 
kirchliche Tradition wird durchbrs 
chen. sAn Stelle jener  etwc 
steifen Monumentalität setzt ma 
jetzt eine inti1nere, ausdrucksvolle: 
und mehr erzähleude Kunstweis 
DiesGestalten belebt jetzt ein auße 
ordentlich zartes religiöses Gmpfi1 
den, welches sich ganz in de 
Marienkultus auflöst. War es do 
die Zeit des schwärmerischeu Minn 
dienstes jener ritterlichen, nur de 
Kultus zarter Frauenschönheit hu 
digenden Sinnesweise. Nicht me1 
Klosterbrüder, sondern dem Bürge 
tnm entwachsene zünftige Meist 
übernahmeu die Ausführung. Ba
        

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