Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleinplastik der Ägypter
Person:
Fechheimer, Hedwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3232357
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3232963
ZIERKUNST_ 
Wir finden die zart erblühende Schönheit des ägyptischen Mädchenkörpers 
auf den Salbengefäßen des neuen Reiches wieder. Nackt, in stilisierten 
Didxichten, Papyrus- und Lotusblüten pflückend, Laute spielend. Eine reizende 
Schwimmerin; Dienerin, die sich unter der Last kostbaren Kruges beugt, oder 
mit spitzigen Händen auf ornamentalem Papyrusbüschel 
Bronzeplatte trägt, den Spiegel „ein Geschöpf des Ptah, 
die silberüberzogene 
um deine Schönheit 
darin anzuschauen." 
Die Natur gab Ägypten das makellose Vorbild 
die  wenn man Plutarch glauben darf  von 
einer weiblidmen Schönheit, 
den Menschen bewufat ge- 
steigert wurde. "Sie suchen die Seelen mit leichten schlanken Körpern zu um- 
kleiden, damit nicht das Göttliche durch Verwalten des irdischen bedrängt und 
herabgewürdigt werde." Wir wollen den Wunderdingen ägyptischer Kunst- 
fertigkeit durch allzunahes Betasten nicht weiter wehetun. Sie sind aus vielen 
ihresgleichen aufgegriffen. Die angefügten Tafeln 126 bis 158 schienen uns in 
den Statuettenband hineinzugehören. 
Der Ägypter liebte es und verstand  die genausten Gegensätze, natürliche 
und geometrische Form, gegen einander ausspielend  entzückende Gebilde 
zu vermischen. Die zart wie heftig bewegte menschliche und Tiergestalt geht 
ihm am geschmückten Gerät in die ruhende Figur eines Ornamentes ein. 
Wie das Falten- und Haargeriesel der Statuetien des Neuen Reiches ein wenig 
ornamental erstarrt. Die Kunst um Amenophis lV. weicht auch hier ab. Die 
kleine Dienerin aus grüner Fayence mit rötlichem Haar vom Toilettentisch 
der Königin Teje und der Bes Tafel 132 sind nicht Ornament, eher plas- 
tische Skizze. Flüchtige Geste .und Zweckform eines Gerätes sind gleich- 
bedeutend. 
Schon die ägyptischen Verzierungskünstler der Vorzeit spielen gern mit der 
bewegten Figur auf die technische Funktion der geschmückten Form an. Das 
Ende eines Löffelgriffes verbeifat sich als Tierkopf in die Kelle. Kämpfende 
Tiere runden ein Gefäß Tafel 147. Oder: das ganze Gerät mit Papyrussumpf, 
Nachen und Dienerin Tafel 128, 138 bis 144; asiatischen und nubischen 
Tributträgern Tafel 135 bis 137 und 140 wird zur entzückenden Legende. 
Also Litteratur und Allegorie im Kunstgewerbe. Allerdings nicht die ab- 
gestandenen Gleichnisse einer wesensfremden Vergangenheit; diese Allegorien 
aus Fantasiearmut, die bis vor kurzem Europa von der Hausfassade bis zum 
Salzfafa 
überzogen.
        

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