Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Wiederkehr der Kunst
Person:
Behne, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3231019
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3231631
Nuancen des Erlebens, das zwischen der Sixtina und einer Ma- 
donna del Sartos bei so geringen Unterschieden des Handwerkesi 
eine Welt der Empfindung, d. h. des Inhaltes legt. 
wir ziehen aus diesen Erörterungen wohl am besten den Schlußi, 
daß man keinen Feldzug gegen das Gegenständliche in aller Form 
führen darf. 
Dort, wo der Inhalt eines Bildes nur ein stummer Gegenstand 
ist, muß freilich von einer Verarmung der Malerei gesprochen 
werden. Etwas anderes aber ist der Gegenstand als Darstellungs- 
mittel, als Mittel, einen geistigen erlebnishaften Inhalt auszu- 
drücken. Hier ist das Gegenständliche über jeden Einwand er- 
haben, und die intimste Treue zu diesem Gegenständlichen kann 
yan sich niemals ein Einwand gegen den künstlerischen Wert der 
 Darstellung abgeben, vorausgesetzt natürlich, daß auch der Grad 
 der Treue eine künstlerische Notwendigkeit ist. Mathias Grünewald 
rund der Bauern-Brueghel können als vollendete Vorbilder gelten. 
Daß nun der Grad der Treue für den sakralen Monumental- 
maler ein anderer ist, als für den Epiker, wurde schon hervor- 
gehoben. Unterstrichen muß aber noch werden, daß wir die Kon- 
sequenzen der künstlerischen Notwendigkeit nicht einseitig im For- 
malen sehen dürfen. Es führt schließlich in die Irre, in Armut 
und allzu enge Schranken, wenn man einzig immer den Maßstab 
der Bildorganisation anlegen wollte. Der Begriff des Organischen 
hilft schließlich doch nicht zum ersehnten Ziele. Die Kunst ragt, 
wie die Schönheit überhaupt, über diesen Begriff hinaus. Es kom- 
men Sünden gegen das Formal-Organische nicht allzu selten vor 
und sind überhaupt kein Aufhebens wert, schon deshalb nicht, weil 
es andererseits selbst einem begabten Nicht-Künstler keine allzu 
großen Schwierigkeiten bereitet, den Regeln und Prinzipien des 
Formal-Organischen  und solche gibt es bezeichnenderweise! 
 zu entsprechen. Formal-organische Richtigkeit kann man 
"machen". Exempla docent. 
Im übrigen aber: gleichgültigen Gegenständen ziehe ich Gegen- 
standslosigkeit vielleicht vor. Aber ist ein wertvoller Gegenstand 
nicht vielleicht doch mehr als Cegenstandslosigkeit? 
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