Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Wiederkehr der Kunst
Person:
Behne, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3231019
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3232259
gesellschaften zurückträumt . . . und wie man das Thema noch 
weiter hübsch ausspimien könnte. 
Ich glaube, daß die hier vorgetragenen Ansichten weit eher 
revolutionär, denn reaktionär sind. Nach alten Dingen Sehne ich 
mich nicht zurück, und die Forderung, auf der verachteten Masse 
aufzubauen; scheint mir doch ziemlich neu zu klingen. Freilich, 
 gebe ich gerne zu": mögen immerhin die Verbindungen von 
einem Ende Europas zum anderen langsamer und seltener werden, 
wichtiger als die Schnelligkeit unserer Zeit scheint mir zu sein, 
daß dieses Europa selbst schön werde. 
Was sollte es mich schmerzen, wenn einige elektrische Schnell- 
bahnen aus Mangel an Fahrgästen ihren Verkehr einstellen, wenn 
dafür auch nur ein schönes Haus erwächst  ganz zu schweigen 
von der Herrlichkeit des Letztenil 
Denn davon, Europäer, sei überzeugt: Du kannst nicht Beides 
haben, die Technik und die Kunst. Du mußt dich entscheiden. 
Entweder du hast die Einschienenbahn mit Kreiselstellung von 
London nach Kapstadt und dazu eine hohle Luxus- und V er- 
gnügungskunst  . oder du hast etwas, was den Tempeln ZU 
Bonobudor vergleichbar ist, und begnügst dich dafür mit etwas 
langsamerem Geschäitstempo. 
"Welch eine Frage! Kann es denn nur ein Bedenken geben? 
Müßten wir nicht unter diesen Umständen, wenn es schon wirk- 
lich so sein sollte, selbstverständlich lieber auf die Kunst ver- 
zichten, auf das einzelne, meinetwegen schöne und glanzvolle 
Werk, wenn wir es nur erkaufen können um den Preis von hun- 
derttausendfachen, praktischen, realen Vorteilen. die unsere Tech- 
nik den Menschen bringt 7" 
Gemach, Eure Vorteile sind unendlich viel leichter zu ver- 
schmerzen, als Ihr glaubt, und lehrt denn nicht Euer Krieg, daß 
die Technik sinnlos ist, richtungslos, bereit, alles das bedenkenlos 
wieder zu zerstören, was sie noch eben als unumgängliches Gut 
geschaffen hat? Und demgegenüber: das vereinzelte, wenn auch 
vielleicht glanzvolle Kunstwerk, von dem ihr sprecht. . . was 
ist es denn? 
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