Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schiffbauhölzer bis zyprische Erde
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3207626
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3217138
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Wirkerei 
getriebe feitlich bewegt werden. Der eintachtte Fall hierfür würde der fein, daß zwei Ma- 
fchinen gleich, aber entgegengefetzt gerichtet ihre Fäden legen und jede Mafchine volle Fäden 
enthält. Dann enttteht nach der Legung Fig. 25 die doppelte Ware von Fig. 10, der fog. ein- 
fache Trikot, Fig. 28, oder nach der Legullg Fig.26 der Doppeltrikot, ferner aus der 
Verbindung von Fig. 25 für die obere und Fig. 26 für die untere Mafclline der H albt rikot ufw. 
Mit befonders eingerichteten mechanifchen Kettenftiihlen (f. unten) wird feit einigen Jahr- 
zehnten die bekannte M i l anes  oder D i a g 0 na l w are (ein Atlas ohne Umkehrreihen) gewirkt. 
  D. b. h "h  
Q       ten llfaettefniarezrllwäitinnd    
  g-c Alysßlq 3A. (ÖQIT QIQM d1chteWaren,lm Clegen- .33  
     fatze zu durchbroche-  
QM7NÜ  "St, fä)  l  " 4  nen Kettenwaren, die   (i 
  wägt  9.x m 2„ man allgemein Filet   
07",   W t x lelffita 1] V1", nennt: erftere find 
         folche, in denen die nlebeneixnargdeälie- Fig.3l. 
    endent Mafchen eitiche er in ung 
Flg 29 M530" äliteinander haben, letztere folche, in denen diefe Ver-- 
bindung an manchen Stellen fehlt. Man kann folche Filetwaren in fehr verfchiedener Weite 
wirken, z. B. mit einer Kettenmafchine und halben Fäden, d. h. es itt eine Nadel um die andere 
mit einem Kettenfaden bezogen, nach Fig. 29, wenn jeder Faden über zwei Nadeln gelegt und 
beim Abfchlagen von läenhPlatinen zwifcähenbdejntNageln nilch vor? tgedrücflttfwirddto daß är 
"M fh    e bene'nan er i e, o er mi zwei elenma c lnen, eren je e. 
gltfzle Faäätßffnßfllfllhälltnilllldefife ffäch Filg. 30 (ge w öh n li ch er Fi let) entgegerlgefetzt zueinander 
den zweireihigen Atlas legen, oder nach Fig. 31 (Schußfilet) derart, daß eine Mafch_l_ne_mit. 
ihren Fäden Mafchenftäbchen bildet und die andere ihre Fäden in dlefe Mafchen elnhangt. 
Mechanifche Wirkftühle oder felbfttäti arbeitende Wirkmafchinen hat man fchon im 
18. Jahrhundert zu bauen verfucht, zunächtt gut Kulierftiihle und in der Weite, daß man 
dem Handrößchenftuhle im Untergeftell eine Triebwelle eirllegte, auf derfelben unrunde Scheiben 
oder Exzenter befeftigte und mit dfefen die oberen arbeitenden Stuhlteile durch Hebel und 
Zugttangen verband, fo daß während einer Umdrehung der Welle alle diefe Teile in richtiger 
Reihenfolge bewegt wurden und eine Mafchenreihe bildeten. Es konnte aber mit diefen Ma- 
fchinen nicht gute reguläre Ware hergeftellt werden und fie konnten auch als flache Mafchinen 
nicht fchneller als der Handftuhl arbeiten, weil, wie in letzterem, alle Arbeiten einer Reihen- 
bildung aufeinander warten mußten. Der letztere Uebelftand führte zum Baue der runden Wirk- 
ftühle oder Rundftühle, und zwar zunächit der franzöfifchen Rundtliihle, in denen 
die Nadeln horizontal und radial gerichtet in einem Kreisringe liegen; diefer Nadelkranz itt 
um eine lotrechte Achte drehbar, und die Nadeln bewegen {ich der Reihe nach an den übrigen 
bei der Mafchenbildung tätigen Teilen vorbei. Dlefe Teile: Fadenflihrer, Kullerapparat, 
Preffe ufw. find alfo fortwährend tätig, der Stuhl liefert folglich, wenn er diefe Teile nur ein- 
mal enthält, doppelt fo viel wie der flache Stuhl, in dem das Kulieren und das Ausarbeiten 
der Reihe je die halbe Zeit einerdReilxntäildung allein beanfprucgt. Fighßä täntti Sitglelbenbfeifne 
hauptfächliche Einrichtung an: ie che a häng von einem ragge e_ orec era ; le 
trägt den drehbaren Nadelkranz (Tambour) b und die feftliegende Scheibe c. Durch Zahn- 
räder d, e wird der Nadelkranz von einer Wellef umgedreht. Dle Platinen tind geteilt ln 
Abfchlagplatinen g und Kulierplatinen h; erftere ftehen ringsum zwifchen den Nadeln auf 
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n-  'y  Fig.33. 
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n .3  einem Tragreifen des Nadelkranzes, letztere 
{g g g '  lind nur an der Stelle des Stuhles ange- 
n? 2 g  bracht, an welcher der Faden zugeführt 
  wird: He kulleren (liefen und ziehen eine 
 Schleifen vor in die Nadelhaken. Die Ku- 
F15 32, lierplatinen bilden Zähne eines Rades m 
(Kulierrad, Platinenrad, Mail- 
leufe), das vom Nadelkranze b um feine Achfe m gedreht wird, tie find in demfelben 
radial und auch in ihrer Längsrichtung beweglich und werden geführt an einer Scheibe: 
(Deckelexzenter), in Schlitzen der Scheiben m und durch das Kulierexzenter oder Röß- 
änhien k. Als Preffe dient eine Scheibe l (I-Iregradxafund zum Alälfträgea unä Qtlfclhgagrän der 
achen werden die Abfchlagplatinen g mi er are durch eil üc u c ag vor- 
wärts, zum Einfchließen aber durch Streicheifen 0 oder gezahnte Scheiben 0 (Einfchließräder) 
wieder rückwärts gefchoben. Der Teil des Stuhlurlnfanges vom Fadenfilhrer p ab bis zum_Ab-g 
fchlagrade r, der alle zur Mafchenbildung erforderlichen Teile enthält, bildet eine Arbeits-
        

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