Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schiffbauhölzer bis zyprische Erde
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3207626
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3216719
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Weichen 
eingelegt werden, und verkürzte Kreuzungsweichen, wenn die Zungenvorrichtungen außer- 
halb der Herzllücke liegen (f. Kreuzungsweichen, Bd. 4, S. 545, Fig.  
Läßt man bei der doppelten Kreuzungsweiche eines der Gleife in der Gleiskreuzung 
weg, fo erhält man eine Weichenfchlingung. Diefelbe kann, wie Fig. 16, nach rechts 
ablenken oder nach links (Spiegelbild). Nicht zu verwechfeln mit den Kreuzungsweichen lind 
die Kr euzweich e n, auch Weichenkreuze genannt (Fig. 17), die entliehen, wenn zwei 
Gleisverbindungen zwifchen gleichlaufenden Gleifen {ich durchkreuzen. 
 
Fig. 16. 
Q  
 
  
Fig. 17. 
Bei I-iaupt- und Nebenbahnen foll zwifchen Gegenkrümmungen eines Verbindungsgleifes 
zweier Weichen eine Gerade von wenigltens 6m vorhanden fein; ferner foll vor Weichen, die 
aus gekrümmten Gleifen in entgegengefetztem Sinne abzweigen und von Zügen gegen die 
Spitze befahren werden, eine mindeltens 6 m lange Gerade eingelegt werden. 
Geometrifche Anordnung und Berechnung der Weichen  [9] und  
 Hierbei ift zu trennen zwifchen der Zungenvorrichtung und den 
  Ausweichgleifen. Bei beiden geht man am betten von der Gleisachfe 
 i  C aus. Die Fahrkanten liegen gleichlaufend zu ihr im Abitand der halbent 
  Spurweite; in Krümmungen wird der Abftand der Fahrkanten um die 
Fis- 18- entfprechende Spurerweiterung vergrößert (lIKrümmungsverhältniffe 
der Eifenbahnen). 
 I. Zungenvorrichtung. Die Ablenkung der Fahrzeuge follte in einem 
 das Stammgleis berührenden Bogen gefchehen, damit beim Einfahren 
 n); in das Ausweichgleis Seitenftöße möglichit vermieden werden. Praktifch 
H 19  läßt lich das nicht durchführen, da die Zungen zu lang und gegen die 
g"  Spitze zu fchwach würden; {ie muß daher unter einem kleinen Winkel 
 erfolgen, der abhängig ilt von der Zungenlänge z, dem Abltand c zwifchen 
 Backenfchiene und Zunge an der Wurzel und dem Krümmungshalb- 
0,12 E meffer rz. Die Zungen mülfen fo weit autfchlagen, daß die Räder nicht 
  p an der aufgefchlagenen Zunge itreifen. Der Abftand der Gleisachfen muß 
Hgm  daher an der Zungenwurzel mindeitens um die Kopfbreite der Zungen- 
fchiene breiter fein als der geringfte Auffchlag. In der Regel gibt man 
aber noch 10 bis 15 mm zu, damit der Auffchlag an der Spitze nicht unnötig groß wird. 
Je größer aber der Wurzelabftand c ill, delto größer werden der Ablenkwinkei r: und der 
Wurzelwinkel ß. Ertteres ift für das Einfahren ungünltig, letzteres für die Krümmung der 
anfchließenden Ausweichgleife günitig. Die Anordnung der Zungenvorrichtung kann nach drei 
verfchiedenen Arten erfolgen: 
 1. Gerade (Fig. 18); Ablenk- und Wurzelwinkel lind gleich groß. 
  B1 Als Ablenkwinkei ilt diefer Winkel groß, als Wurzelwinkel klein, die 
5 j  zgtß Zungen find aber leicht herzuftellen. 
i    2. Nach einem Kreisbogen gekrümmt, der das Stamm- 
f I!    gleis berührt; die unge z ift aber gekürzt, alfo 
g r f    z 2r;--c c; von der Zungenfpitze wird eine Tan- 
 5572  j   B? gätll an den Btagen gezogen (Fig. 19). Der Ablenkwinkei a 
i j  f: i .5 f.  C wird bedeutend kleiner, der Wurzelwinkel ß dagegen größer. 
 f   3. Nach einem Kreisbogen gekrümmt, der die 
     Gleisachfe (Backenfchiene) an der Zungenfpitze fchnei- 
 E  f f det (Fig. 20). Die Ueberfchneidung beträgt etwa 15-320 mm. 
 52' f f w" Der Ablenkwinkei a wird noch kleiner, der Wurzelwinkel 
  f]! größer als bei 2. Diefe Anordnung wird in neuerer Zeit bei- 
Mr"  nahe durchweg gewählt. 
 Berechnung: Bei 1.: Gegeben Wurzelabitand c und 
Fis-ßß- Mijgfr" Fig. 21. Zungenlänge z, gemeffen im geraden Gleis. Nach Fig. 18 
k"  c 
ilt tgn:tgß:?. 
Bei 2.: Gegeben c, z und der Krümmungshalbmeüer rz. Nach Fig. 21 iit 
 N C a N C  z 
NC:Vc(2rz-c);   
rz-c 2 r; 
Bei 3.: Gegeben c, z, fz (Ueberfchneidung l5ä20 mm). Nach Fig. 22 lft 
1 V-i a 
   
II. Ausweichgleis: A. Gerade Weichen. Die Abmeffungen der Zungenvorrichtung lind 
bekannt, alfo c und ß. Vor der l-lerzitückfpitze wird in der Regel ein gerades Stuck g (bei 
Normalfpur von mindeltens 1 m Länge) eingelegt. (in neuerer Zeit wird in befonderen Fällen 
der Bogen im Herzltück durchgeführt; das gerade Stück fällt dann weg, f.  S._l65, und [lÜD 
Die Herzftiickgerade und das Stammgleis fchneiden {ich unter dem l-ierzltückwrnkel 9a, Zieht 
man die aus Fig. 23 erlichtlichen Linien, fo erhält man das Sechseck BC D(E)FGH, 111 dem
        

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