Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schiffbauhölzer bis zyprische Erde
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3207626
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3216261
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l  Dem Leitapparat, bei der vollbeauffchlagten Ueberdruckturbine auch 
fa Leitrad genannt, fällt die Aufgabe zu, die Gefchwindigkeit des Auf- 
 0- fchlagwaffers zu befchleunigen und den Wafferzufluß von voller 
 O y Beauffchlagung bis zum vollltändigen Abfchluß zu regeln. Im 
 1' G, neueren Francis-Turbinenbau kommen nahezu ausfchließlich 
' die von Fink (f. Fink, Theorie und Konftruktion der Turbine, 
  1877) angegebenenDreh ich a ufe ln zur Verwendung (Fig. 25), 
 1 r zylindrifche, fifchbauchartige, in eine Spitze auslaufende Guß- 
 lxo  bzw. Stahlgußkörper, die {ich entweder lofe um einen feilen 
   Zapfen oder, felblt mit fetten Drehzapfen verfehen, in beider- 
       feitigen Lagern drehen. Sämtliche Drehfchaufeln lind durch einen 
 '  Mechanismus fo miteinander gekuppelt, daß fie fich alle gleich- 
  zeitig und gleichmäßig bewegen. Die Leitfchaufeln lind itets 
F352; etwas zahlreicher als die Lauffchaufeln. Bei größerer Schaufel- 
zahl können die fonlt nach Kreisbogen auslaufenden Leit- 
fchaufeln durch Gerade begrenzt werden. Die Drehachfe ift ziemlich weit nach der Schaufel- 
fpitze zu verlegen, damit die auf die Vorder- und Rückfläche ungleich wirkenden Kräfte mög- 
lichft ausgeglichen werden. 
Der ftoßfreie Uebertritt vom Leit- in das Laufrad kann natürlich nur bei einer 
Stellung der Drehfchaufeln erfüllt werden. Es liegt in der Hand des Konltrukteurs, itoß- 
freien Eintritt 
    bei voller      
  oder einer j v,      q 
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Glied, der Regulierring, erforderlich, mit dem die ein- Fig. 27. 
zelnen Schaufeln entweder durch Gleitlteine(Kuliffen) 
und Zapfen, durch offene Lafchen, nach Fig. 26, welche die Zapfen am Ring und anden Schaufeln 
verbinden, oder durch verdeckte Lafchen verbunden werden. 
Das Beftreben, den Drehfchaufelantrieb mit Lafchen aus dem Bereich des Waffers an die 
Außenfeite der Turbine zu verlegen, hat zur Ausbildung der Außenregulierung geführt, die 
bei Hochdruckturbinen fehr häufig, neuerdings auch bei offenen Turbinen zur Anwendung 
kommt. Hierbei durchdringen die mit der Schaufel fett zufammenhängenden Drehzapfen beider- 
feits die Leitradwände, tragen auf der einen Seite aufgekeilte oder aufgeklemmte Hebel, die 
ihrerfeits durch Lafchen mit einem Regulierring verbunden lind. Letzterer belitzt vielfach [Quer- 
fchnitt und empfängt durch einen ausgleichenden Winkelhebelantrieb feine Drehbewegung vom 
Regler. Die Anwendung diefer Außenregulierung auf offene Turbinen zeigt Fig. 27. 
Wie erwähnt, hängt die Energieumfetzung im Laufrad einer Francis-Turbine, die als ein 
vom Ober- zum Unterwafferfpiegel führendes ununterbroclienes Rohrgefäß mit eingefchalteter, 
gefchwindigkeitsfteigernder Verengung (Leitapparat) und einem arbeitsaufnehmenden Teil (Lauf- 
rad) aufgefaßt werden kann, lediglich von dem Höhenunterfchied der Wafferfpiegel, dem Ge- 
fälle, nicht jedoch von der abfoluten Größe des Druckes von oben und Gegendruckes von 
unten auf das Laufrad ab, fo daß bis zu einem gewiffen Grade die Lage des letzteren zwifchen 
den Wafferfpiegeln gleichgültig ift, fofern nur hinter dem Laufrad eine in einem Rohr, dem 
Saugrohr, gefaßte Strömung bis zum Unterwaffer gefichert ift. Damit ift in erlter Linie der 
große Vorzug der Francis-Turbine, deren Form am beften den Anfchluß eines Saugrohres er- 
möglicht, nämlich die Aufltellung der Turbine und der unmittelbar mit ihr gekuppelten Arbeits- 
mafchinen über dem veränderlichen Unterwafferfpiegel gegeben. Notwendig ift nur, daß die 
Saugrohrmiindung dauernd eintaucht. Der zweite große Vorteil eines Saugrohres liegt in der 
 mit der Verzögerung des Waffers durch allmähliche Erwei- 
H a  "lerung des Saugrohres bewirkten Rückgewinnung an 
  I, Gefälle, die es ermöglicht, einen Teil der Austrittsenergie 
f! ajäfläß f zurückzugewinnen. 
714i:  b. Die dem barometrifchen Druck entfprechende, theore- 
  I.  tifch größte itatifche Saughöhe, für Meereshöhe 10,33 m, 
  I  muß um den Betrag des Saugrohrrückgewinnes 
l:  und zur Sicherheit dagegen, daß das unter fehr ge- 
  ringem Druck ftehende Waffer an der höchften 
  Stelle des Saugraumes zu verdampfen beginnt und 
Fig-Ys-   damit die kontinuierliche Strömung unterbrochen 
 i   wird, entfprechend kleiner gewählt werden. Während 
  x-wsmfx-  bei höheren Gefällen Saughöhen bis zu 6 m
        

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