Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schiffbauhölzer bis zyprische Erde
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3207626
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3213893
Tonwaren 
Einiumpfen (Mauken) verbringt man entweder die Maffen in Gruben von ungefähr 1112 m Tiefe 
oder man lagert iie in kellerähnlichen Räumen. Bei der Ziegelfabrikation auf trockenem Wege 
werdeßi digfelben auch läl geächloffenen Sghtuppen hfoch aufgefchüttäi f 
ie ormge ung er onwaren gec ieht au mafchiriellem ege, durch Hand ormerei 
oder durch Gießen. Die mafchirielle Formgebung ift derjenigen bei der Formgebung der Ziegel 
und übrigen baukeramifchen Waren ähnlich. 
Bei der l-landiormerei wird der plaltifchen Mafie unter Benutzung von Spachteln, 
Modellierhölzern oder dgl. die gewünfchte Form gegeben. Es ift hierbei gleichgültig, ob die 
Tonmaffe feftliegt, wie bei Herftellung von relieiierten Platten und ähnlichen Waren, oder ob 
diefelbe bewegt wird, wie dies bei Benutzung der Drehfcheibe gefchieht.  Die hauptfächlich 
angewandte Art in derGefchirrfabrikation iit die mittels der Drehfcheibe und erfolgt entweder 
durch den Arbeiter mittels Fingerdrucks oder durch angelegte Schablonen. Größere Gegen- 
llände, wie z. B. Vafen, werden aus mehreren Stücken hergeltellt und fpäter miteinander ver- 
bunden. Die Bewegung der Drehfcheibe kann durch den Arbeiter mittels 
d der Fußicheibe oder auf mafchinellem Wege gefchehen. 
C In Fig. 1 iit eine gewöhnliche Töpferdrelifcheib e mit mafchineller 
  Bewegung abgebildet; der Oberteil A, an defien Fuß g die Schablone be- 
d feftigt wird, iit in zwei Lagern b gelagert, von denen das untere mit einer 
9 Kuliffe c verfehen iit, die eine ex- 
t   zentrifche Schablonenilellung er- C 
p   li möglicht. In dem Schlitz der Ku-  
 l T  iirre (r. c bei Fig. 1) iit ein mit 7115i 
t l dem Ständer des Oberteils ver-  zeige 
  f ächraulattcär Gleitbock nerfchietbbar,  
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 Je" die Schablone beteiligt iit, läßt i   
u iichin Führungen beliebig hinauf- ; 73'"   [jträitljighjsi 
  i. und herabfchieben._Die drehende i. .133! lhiiWTf-iiäävxiryyjlwlh illlßnmmtfltltttlllttielh"  
 1 Bewegung der Scheibe h wird er-   tQiilQgÄQ i], iifniuhllllww i'd  _ 
h, 5 zielt mittels einer fetten und lofen 11  tüttttttxttwtltitw T!" Mittig 
l Riemenicheibe: die Ausrückung -     .it'ili-lä.   
 derfelben gefchieht durch einen Xi lmll:   WM 
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   e-"Bätlwl immhlhkl  imkerw. KM 
W x   Formfiirjtiefeläller  
Fig. l. F15 9_ Fig. 3. 
Fußtrittt und eine Ausrückfpindel k mit Gabel l und Bremfe m. Auf die Scheibenplatte wird ein 
Gußring gefchraubt, der den Ton aufnimmt; bisweilen ilt diefer Gußring gleich mit einer Gipsform 
verfehen, die der lnnenform, feltener der Außenform des zu bildenden Gefchirres entfpricht. Eine 
folche Scheibentorm ift in Fig. 2 mit der Außenfchablone eines tiefen Tellers abgebildet. Fig. 3 
zeigt eine Töpferdrehfcheibe mit Friktionskegelantrieb; der Friktionskegel A wird durch das Treib- 
feil gedreht und kann mittels des in der Figur Iichtbaren Hebels gegen den konvexen Frik- 
tionskegel gedrückt werden, und zwar fo, daß die Berührung zwifchen beiden Kegeln in ver- 
ichiedenen Höhen ftattfindet, wodurch der KegelB und damit die ScheibeC verfchiedene 
Umdrehungsgefchwindigkeit erhält. 
Kompliziertere Formen, die tich nicht auf der Drehfcheibe herftellen laffen, werden 
durch Einfchlagen oder Eindrücken in Formen hergettellt, was teils von Hand, wie bei den 
Formen in Gips, teils mit Hilfe von Schlegeln, wie beim Formen größerer Stücke in Holz- 
modellen, gefchieht.  Das Einfchlagen erfolgt in der Weife, daß um einen fetten Kern ein 
zweiter Mantel gelegt wird, in deffen Zwifchenraum lagenweife der Ton eingeftampft wird. 
Diefe Art der Formung wird bei Anfertigung von Gasretorten und ähnlichen Waren vielfach 
angewendet; nachdem der innere Kern entfernt ift, wird die innere Fläche durch Schlagen 
und Streichen geglättet.  Häufiger, namentlich bei feineren Waren, wird das Eindrücken und 
Abformen angewendet. Hierbei wird der Tonltreifen, der die Geltalt des zu formenden Stückes 
belitzt, nur daß er rundum etwas kleiner ift, auf oder in die Form gelegt und mit der Hand 
leicht angedrückt. Die Form, in der das Stück abgeformt wird, beiteht faft immer aus Gips. 
Bei dem Gießverfahren wird die mit etwas Soda verfetzte Maffe in gut trockene 
Gipsformen gefchüttet; der Schlamm verdickt {ich nach und nach an den poröfen Wandungen. 
Ilt diefe Schicht genügend dick geworden, fo wird die überflüffige Maffe durch Umftürzen 
entfernt, während die fettgewordenen Teile an der Gipsform haften. Infolge der Abforption des 
Waffers durch den Gips trocknet die Maffe und es tritt eine Schwindung derfelben ein, die 
geflattet, den gegoffenen Gegenltand aus der Form zu entfernen.  Um größere Gefäße zu 
gießen, muß der Tonfchlamm von unten in die Form eintreten; zu diefem Zwecke fetzt man 
das Formftück auf einen Gießtifch, der eine Oeffnung befitzt, die durch ein abfchließbares 
Rohr mit dem Tonbehälter in Verbindung fleht. Hat man die Gipstorm auf die Gußfcheibe ge- 
ltellt, fo wird der Hahn geöffnet, nachdem vorher einige Liter reines Waffer in dieform ge- 
fchüttet worden Iind. In demfelben Maße, wie der Schlamm in der Form fteigt, treibt er das
        

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