Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schiffbauhölzer bis zyprische Erde
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3207626
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3213010
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Telegraph 
Mafchinenfrequenz und koppelt man diefe Spule mit der Spule eines gefchloffenen Schwingungs- 
kreifes, der elektrifch auf die Sollfrequenz abgeftimmt ift, fo ändert {ich bei der Aenderung der 
Periodenzahl des Mafchinentiroms in dem Schwingungskreis die Phafe, d. h. der Zeitunter- 
fchied, den Spannungs- und Stromverlauf in diefem Kreife hat. Diefer Unterfchied der Phafen 
fit fchon fehr groß, wenn die Verfchiedenheit der Frequenz des Hochfrequenzmafchinenftroms 
und der Eigenfrequenz des Schwingungskreifes außerordentlich gering il't. Durch eine Brücken- 
fchaltung wird mit Hilfe von Kathodenröhren erreicht, daß bei jeder Aenderung der Soll- 
frequenz ein hochempfindliches Relais anfpricht, das durch Einfchaltung oder Abfchaltung von 
Widerftänden die Umdrehungszahl der Hochfrequenzmafchine regelt.  
4. Die l-Iochfrequenzmafchine Schmidt-Lorenz. Der K. Schmidtfche 
Mafchinenfender wird fürAntennenleittungen von 0,5äl000 kW und für beliebige Wellenlängen 
bis 600 m herab hergettellt. Die Hochfrequenzmafchine ift eine normale Gleichpolmafchine. 
Der Strom wird in einer ruhenden Wicklung erzeugt. Der Läufer ilt maftiv und beiitzt weder 
Schleifringe noch Wicklungen. Die Maichine läuft mit einer Tourenzahl von 3000 in der Minute 
und befitzt eine Grundfrequenz von 500048000 Perioden in der Sekunde. Der Hochfrequenz- 
{trom aus der Mafchine wird einem Frequenztransformator unter Zwifchenfchaltung von Kapa- 
zität und Selbftinduktion zugeführt. Mit nur einem Transformator ohne Gleichftromerregung 
können dann alle beliebigen ungeraden vielfachen Frequenzen der Mafchine lediglich durch 
Veränderung der Abitimmittel erzeugt werden. Befonders glücklich ift das Problem der 
Tourenregelung mittels eines Blattfeder-Drehzahlreglers gelöft; es läßt {ich mit ihm die Touren- 
zahl auf lllooojoo konftant erhalten. Der in der Hauptfunktielle Königswuiterhaufen für Tele- 
graphierzwecke aufgeftellte 50 kW-Mafchinenfender wird mit großen Wellen betrieben. Die 
Mafchine erzeugt eine Grundfchwingung von 8000 Perioden, die durch den Frequenztrans- 
formator z. B. auf eine Welle von 7500 m umgeformt wird  
IV. Drahtlofe Telegraphie mit Kathodenftrahlröhren   
Die Einführung der Kathodenröhren  auch Kathodenttrahlröhren, Glühkathodenröhren 
und Elektronenröhren genannt  in die Technik der drahtlofen Nachrichtenübermittlung hat 
eine vollltändige Umwälzung verurfacht, die heute noch nicht abgefchloffen ifi. Die Kathoden- 
röhre als Sender in der von A. Meißner angegebenen Rückkopplung gibt die Möglich- 
keit, mit einem Bruchteile der früheren Senderenergie gleiche Reichweiten wie früher zu er- 
zielen und dabei eine Siörungstreiheit zu erhalten, die bisher nicht zu erreichen war. Die mit 
den Kathodenröhrenfendern erzeugten Wellen haben eine abfolute Konftanz der Periode, und 
der Wellenbereich der Sender ift faft unbegrenzt. Es kann von den kürzeften Wellen von 
einigen Metern Länge jede Weite bis zu den niedrigen Frequenzen hergeltellt werden, die in 
das Gebiet der phyfiologifchen Tonfkala und der technifchen Wechfelltromfrequenzen fallen. 
Gleiche Bedeutung hat die Kathodenröhre als Empfänger und als Verftärker elektrifcher 
Schwingungen erlangt. Als Empfänger bildet die Röhre einen Wellenanzeiger, der abfolut kon- 
{tante Empfindlichkeit mit hoher Betriebsficherheit vereinigt. Mit den Kathodenröhren als Ver- 
{tärker konnte bei Anwendung von einer Röhre eine achtfache und bei drei Röhren hinter- 
einander eine über zweitaufendfache Verftärkung erzielt werden. Bei einer Verftärkung von 
vier bis fünf Röhren können auch die fchwächtien nicht mehr mit einem gewöhnlichen Detek- 
tor wahrnehmbaren Stationen gehört und die kleintten Empfangsantennen verwendet werden. 
l. Theorie der Kathodenftrahlröhren. Die Kathodenftrahlröhren, abgekürzt Ka- 
thodenröhren, {ind elektrifche Relais ohne mechanifchen Teil; ihre Wirkungen beruhen auf den 
Vorgängen, die beim Durchgange der Elektrizität durch Raume von {larker Luftverdünnung 
auftreten. Im Gegenfatz zu wenig evakuierten Röhren, bei denen unter dem Einfluß eines elek- 
trifchen Feldes die Ionifation der verdünnten Gafe vor {ich geht und dadurch ein Transport 
größerer Elektrizitätsmengen ftattfindet, bedarf es bei den Hochvakuumröhren der Einbringung 
von Elektronen oder Elektrizitätsatomen. Man bringt hierzu in dem luftleeren Raume der 
Röhre Metallkörper, z. B. Wolfram, die auf eine hohe Glühwärme (etwa 2000") gebracht werden 
und dann freie Elektronen ausitrahlen.  Die aus dem Glühkörper austretenden Elektronen 
bilden unmittelbar den zuftandekommenden Strom, wenn man {ie dem elektrifchen Felde des 
pofitiven Poles der Anode A (Fig. 115) ausfetzt. Der Glühkörper wird dadurch zur Glühkathode K, 
die mit der I-leizbatterie BH im I-Ieizitromkreife liegt. Die Röhren werden deshalb auch Glüh- 
kathodenröhren genannt. Anode A, Kathode K und die Spannungsquelle der Anodenbatterie BA 
bilden den Anodenkreis, in dem der Anoden- und Elektronentirom fließt. Außer Anode und 
Glühkathode enthält die Röhre noch eine dritte wichtige Elektrode G, die in der Bahn der 
Elektronen zwifchen der Kathode und der Anode liegt und nach ihrer Form als Gitter be- 
zeichnet wird. Durch die Gitterelektrode müffen die Elektronen hindurchwandern. Die Bat- 
terieBG gibt im Gitterkreis der Gitterelektrode eine Spannung gegen die 
A Kathode. Das Gitter hat die Eigenfchaft, den Anodenftrom itark anwachfen 
zu laffen, wenn es hoch poiitiv geladen wird und ihn zu tchwachen, wenn 
G  es negativ geladen wird. Der Anodenftrom ändert {ich mit der Gitterfpan- 
 nung in gleicher Frequenz und Phafe, aber mit verftärktem Energieinhalt. 
 . 55A Er iit, folange das Gitter eine konftante Spannung führt, ein Gleichfirom. 
 K "I Sobald man an das Gitter, d. h. zwifchen Gitter und Kathode Wechfelfpan- 
{E  nungen legt, wird dem Gleichfirom ein Wechfelftrom überlagert, dem man 
t z. B. durch Transformatoren Energie entziehen kann. Die dem Gitterkreis zu- 
  geführte minimale Wechfelftromenergie, die dort die Gitterwechfelfpannung 
33 hervorbringt, wird demnach in verftärktem Maße aus dem Anodenkreis 
wiedergewonnen. Diefe Eigenfchaft bildet die Grundlage zur Benutzung 
pig, 11.3, der Kathodenröhren für die verfchiedenen Zwecke der drahtlofen Technik.
        

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